Zwischen dem 23. und 29. April 1945 zog die SS einen Großteil
der Kolonnen, mehr als 16.000 Häftlinge, im Belower Wald bei Wittstock zusammen.
Sie lagerten ohne Unterkunft und Versorgung im Wald, mit Stacheldraht umzäunt
und von einer SS-Postenkette bewacht. Während die SS-Lagerführung sich in nahe
gelegenen Bauernhöfen einquartiert hatte, suchten die Häftlinge im Waldlager in
selbst errichteten Unterständen und Erdlöchern Schutz vor der Witterung und
versuchten, ihren Hunger mit Kräutern, Wurzeln und Rinde zu stillen. Nach
Verhandlungen mit der SS wurde einer Delegation des Internationalen Roten
Kreuzes gestattet, Lebensmittelpakete an die vollkommen geschwächten Häftlinge
zu verteilen und im benachbarten Dorf Grabow ein Nothospital einzurichten. Auf
dem Friedhof in Grabow sind 132 Häftlinge beigesetzt, die im Waldlager oder in
einem Nothospital verstorben sind. Am 29. April 1945 verließen die Kolonnen das
Waldlager.
Gedenkstätte
Die Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald wurde nach
umfassender Neugestaltung im April 2010 anlässlich des 65. Jahrestages der
Befreiung in Anwesenheit zahlreicher Überlebender aus aller Welt wiedereröffnet.
Im Mittelpunkt steht das rund 20.000 m² große historische Waldgelände.
Zahlreiche Bäume tragen Inschriften, die von Häftlingen stammen. Das Mahnmal
wurde 1975 errichtet.
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Mahnmal |
Projektwerkstatt |
Open-Air-Ausstellung
Neben dem Wald befindet sich auf einem Plateau die neue
Open-Air-Ausstellung "April 1945: Der Todesmarsch der Häftlinge des KZ
Sachsenhausen". Auf Glasstelen informiert sie mit Texten, Fotos, Dokumenten,
Zeichnungen und zahlreichen Berichten von Überlebenden über die Räumung des KZ
Sachsenhausen, den Todesmarsch, das Waldlager in Below und die Befreiung. In
einer klimatisierten Vitrine werden außerdem Fundstücke aus dem Belower Wald
gezeigt. Ein Steg verbindet das Ausstellungsplateau mit dem historischen
Waldgelände
Projektwerkstatt
Im ehemaligen Museumsgebäude, das 2002 bei einem
rechtsextremistischen Brandanschlag schwer beschädigt wurde, befindet sich eine
pädagogische Projektwerkstatt. Die Angebote der historisch-politischen Bildung
bestehen aus unterschiedlichen Bausteinen, die je nach Umfang, Themen und
Zielgruppen individuell zugeschnitten werden können. Durch die zahlreichen
regionalen Bezüge eignet sich das Thema der Todesmärsche sehr gut für die
Projektarbeit mit Schülern aus der Region.
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Jugendliche
erkunden sie Spuren im historischen Waldgelände
Fotos:
Stefan Erhard
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Anschrift und Öffnungszeiten
Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald
Außenstelle der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen /
Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
Belower Damm 1, 16909 Wittstock
Tel. 039925 / 2478 Fax 039925 / 77835
Öffnungszeiten
Die Open-Air-Ausstellung und das historische Waldgelände sind
bei Tageslicht begehbar.
Für pädagogische Projektarbeit und Führungen ist eine
Voranmeldung erforderlich.
Das Büro und der Buchverkauf sind Mo bis Fr von 10 bis 16 Uhr
geöffnet.
24.-26. Dezember, 31. Dezember sowie 1. Januar geschlossen
Erreichbar über die Straße Wittstock - Röbel