Altes Zuchthaus Brandenburg: Sitz der T4-Anstalt
Foto, um 1900, SBG

 

Die "Euthanasie-Anstalt" Brandenburg an der Havel



 

Die "Euthanasie-Anstalt" auf dem Gelände des Alten Zuchthauses Brandenburg war eine der ersten Tötungseinrichtungen der "Aktion T4". Hier begann der Massenmord durch Giftgas, der seine Fortsetzung im Genozid an den europäischen Juden fand. Bis zur Schließung der Anstalt Ende Oktober 1940 wurden hier mehr als 9.000 Menschen aus psychiatrischen Krankenhäusern des nord- und mittel-deutschen Raums ermordet.


In Brandenburg führten hochrangige NS-Vertreter Anfang Januar 1940 eine "Probe-tötung" durch, bei der die Entscheidung für das Tötungsverfahren mit Gas getroffen wurde. Die nächsten Opfer waren im Februar 1940 psychisch kranke Straftäter; als Stätte ihrer Ermordung hatte man anscheinend bewusst das ehemalige Zuchthaus ausgewählt. Im Sommer 1940 wurde Brandenburg dann Schauplatz des ersten Massenmordes an Jüden im Deutschen Reich

Viele Mitarbeiter der "Euthanasie-Anstalt" übernahmen später Schlüsselpositionen bei der Ermordung der ins "Generalgouvernement" deportierten Juden. Sie transferierten die in Brandenburg entwickelte Tötungstechnik in die NS-Vernichtungslager.

 


Weitere Informationen:

Gedenkstätten Brandenburg an der Havel
Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde
Die "T4-Sonderaktion" gegen jüdische Patienten
Transfer von T4-Tötungspersonal zur "Aktion Reinhardt"
Berufsspezifische Studientage
Öffnungszeiten, Führungen, Anfahrt, Publikationen
Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten