Adolf Burger (1917-2016)

Die Gedenkstätte Sachsenhausen trauert um den KZ-Überlebenden Adolf Burger

Stiftungsdirektor würdigt "unermüdlichen Zeitzeugen"

Die Gedenkstätte Sachsenhausen trauert um den KZ-Überlebenden Adolf Burger, der am vergangenen Dienstag in Prag im Alter von 99 Jahren verstorben ist. Burger war langjähriger Vizepräsident des Internationalen Sachsenhausen Komitees (ISK) und ein bis ins hohe Alter engagierter Zeitzeuge.

Als gelernter Drucker wurde Adolf Burger im Mai 1944 im KZ Auschwitz für das sogenannte Fälscherkommando im KZ Sachsenhausen ausgewählt. In der seit Herbst 1942 existierenden Fälscherwerkstatt, in der nur jüdische Häftlinge eingesetzt waren, fälschte die SS britische Pfundnoten in großem Ausmaß. Bereits 1948 veröffentlichte Adolf Burger seinen ersten Erinnerungsbericht über seine Haft im KZ Auschwitz und über die Fälscherwerkstatt. Zahlreiche überarbeitete Neuauflagen folgten. Mittlerweile liegt sein Buch „Des Teufels Werkstatt“ in zahlreichen Übersetzungen vor. Seine Erinnerungen dienten als Vorlage für den mit einem Oscar ausgezeichneten Spielfilm „Die Fälscher“.

Stiftungsdirektor Prof. Dr. Günter Morsch würdigte Adolf Burger als eindrucksvollen Zeitzeugen, der durch seine Erzählungen die „Fälscherwerkstatt“ des KZ Sachsenhausen bekannt gemacht habe: „Er war unermüdlich in seinem Engagement und Kampf gegen den Nazismus. Dabei ging es ihm vor allem darum, die jungen Menschen mit seiner Geschichte zu erreichen. In unzähligen Zeitzeugengesprächen hat er vor Schulklassen über seine Zeit im KZ Auschwitz und in der Fälscherwerkstatt gesprochen. Unser Mitgefühl gehört seinen Töchtern und allen Angehörigen“, erklärte Morsch.

Adolf Burger wurde 1917 in Großlomnitz in der heutigen Slowakei in eine jüdische Familie geboren. Als gelernter Drucker engagierte er sich früh im Widerstand gegen die deutsche Besatzung, indem er z.B. katholische Taufscheine für Juden fälschte. Im August 1942 war er wegen seiner illegalen Tätigkeit verhaftet und mit seiner Frau in das KZ Auschwitz-Birkenau deportiert worden. Adolf Burger musste in Auschwitz in verschiedenen Sonderkommandos Zwangsarbeit leisten, unter anderem im Aufräumkommando an der Rampe in Auschwitz-Birkenau. Seine Frau Gisela wurde in Auschwitz ermordet. Im Mai 1944 kam er zum Fälscherkommando in das KZ Sachsenhausen, ein Jahr später wurden die Häftlinge des Fälscherkommandos im KZ Ebensee in Österreich befreit.

 

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