Miniatur-Pantoffeln aus dem KZ Ravensbrück (um 1939/40)

Anhänger mit Häftlingsnummer der niederländischen KZ-Überlebenden Bertha Leegwater (1945)

Forschungsprojekt „Material-Beziehung-Geschlecht. Artefakte aus den KZ Ravensbrück und Sachsenhausen“ mit eigenem Weblog online

Forum für Austausch mit Wissenschaft und Öffentlichkeit

Im Februar startete das Forschungsprojekt „Material – Beziehung – Geschlecht. Artefakte aus den KZ Ravensbrück und Sachsenhausen“ der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten in Kooperation mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. Jetzt ist das Projektteam mit einer eigenen Internetseite im Blog-Format online gegangen. Neben einer ausführlichen Darstellung des Forschungsprojekts und seiner Ziele berichten die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler regelmäßig über ihre Forschungsarbeit. Es werden aktuell relevante Forschungsfragen diskutiert und erste Teilergebnisse präsentiert. Ferner stellt das Projektteam unter der Rubrik „Objekte im Fokus“ ausgewählte Gegenstände aus den Sammlungen der beiden Gedenkstätten mit ihrer Geschichte vor und gibt Hinweise auf projektbegleitende Veranstaltungen. Gastbeiträge externer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ergänzen die Artikel des Forschungsteams.

Zum einen ist es Ziel des Blogs, eine Vernetzung mit anderen Forschenden bereits während des Forschungsprozesses zu gewährleisten und Impulse für den wissenschaftlichen Diskurs zu geben, an dem sich Besucher der Website über eine Kommentarfunktion beteiligen können. Zum anderen sollen die Beiträge der interessierten Öffentlichkeit Einblicke in den selten sichtbaren Prozess der forschenden Wissensgenerierung an Gedenkstätten und Hochschulen bieten. Der Blog ist unter der Domainadresse www.kz-artefakte.de zu erreichen.

Das von der VolkswagenStiftung in der Initiative „Forschung in Museen“ mit rund 500.000 Euro geförderte Projekt „Material-Beziehung-Geschlecht. Artefakte aus den KZ Ravensbrück und Sachsenhausen“ widmet sich in den kommenden drei Jahren der Erforschung mehrerer hundert Objekte, die Frauen und Männer während ihrer Haftzeit in den Konzentrationslagern Ravensbrück und Sachsenhausen angefertigt haben. Im Fokus stehen dabei Fragen nach der Herstellungsweise und Bedeutung, nach der sozial-kulturellen Funktion sowie der Nachnutzungs- und Sammlungsgeschichte von Artefakten wie Zigarettenspitzen, Miniaturen aus Zahnbürstenstielen, bestickte Tücher oder Adressbücher.

Hierzu werden die ausgewählten Objekte in drei Teilprojekten hinsichtlich ihrer Motivik und Ikonographie, den mit ihnen verbundenen sozialen Beziehungen und Netzwerken sowie den verwendeten Materialien und deren Herkunft untersucht. Darüber hinaus sollen Studierende in Lehrprojekten konservatorische Konzepte entwickeln, um die oft fragilen Objekte als materielle Zeugen der nationalsozialistischen Konzentrationslager möglichst dauerhaft zu bewahren.

 

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