Ankunft großformatiger Exponate im neuen Depot

Depotmitarbeiter Andreas Zimnik zeigt die Hebelschubanlage für die rund 50 historischen Möbel.

Umzug der Sammlungen der Gedenkstätte Sachsenhausen in neue Depoträume erfolgreich abgeschlossen

Aufbewahrung der kostbaren Artefakte erfolgt jetzt unter modernen konservatorischen Bedingungen

Nach rund zwei Wochen konnte der Umzug des musealen und archivalischen Sammlungsgutes der Gedenkstätte Sachsenhausen in neue Depoträume am 17. Oktober weitgehend abgeschlossen werden. Rund 35.000 Objekte, darunter 50 historische Möbel und 100 gerahmte Gemälde sowie zahlreiche Nachlässe ehemaliger Häftlinge, wurden in den letzten 14 Tagen mit Hilfe einer Umzugsfirma in die neuen Räumlichkeiten transportiert, die sich in einem historischen Gebäude des ehemaligen Industriehofes befinden. Hinzu kommen rund 640 laufende Meter Archivgut – Akten, Bücher, Zeitschriften und Datenträger sowie umfangreiches Mobiliar, darunter rund 75 Stahlschränke, 14 Grafikschränke und drei Tresore. Besonders bei den wertvollen Objekten des Museumsdepots, die von Stoffstücken mit Häftlingsnummern aus dem Konzentrationslager über winzige, selbst hergestellte Erinnerungsstücke aus dem sowjetischen Speziallager bis hin zu großformatigen Plastiken aus dem Widerstandmuseum der DDR-Gedenkstätte reichen, war höchste Vorsicht geboten.

Stiftungsdirektor Prof. Dr. Günter Morsch sagte dazu heute in Oranienburg: „Wir sind sehr froh, dass wir den Umzug der kostbaren, seit Gründung der Stiftung 1993 stark erweiterten Sammlungen der Gedenkstätte in neue Räumlichkeiten heute erfolgreich abschließen können. Mit den materiellen Zeugnissen der verschiedenen Nutzungsperioden von Sachsenhausen bilden sie die Schatzkammer der Gedenkstätte. Noch glücklicher aber sind wir, dass diese Schätze jetzt nach Jahren eines unzureichenden Provisoriums endlich unter modernen konservatorischen Bedingungen untergebracht und dauerhaft aufbewahrt werden können – so wie wir es den Überlebenden und Angehörigen, die uns ihre kostbaren Erinnerungsstücke anvertraut haben, schuldig sind“, sagte Morsch.

Depotmitarbeiter Andreas Zimnik freut sich, dass der Umzug geschafft ist: „Jetzt werden wir aber noch einige Monate brauchen, bis alles ausgepackt und am dafür vorgesehen Aufbewahrungsort eingelagert sein wird.“ Die Eröffnung des Depots ist für Anfang 2018 geplant. Dann wird auch eine kleine Ausstellung im Mittelgang des Gebäudes mit ausgewählten Objekten über die verschiedenen Sammlungsgebiete informieren.

Die neuen Sammlungsräume haben eine Fläche von rund 1.200 m², so dass die Objekte jetzt nach Materialität getrennt aufbewahrt werden können. Für besonders sensible Objekte stehen auch klimatisierte Bereiche zur Verfügung. Bei dem Gebäude handelt es sich um einen nach 1941 von den „Deutschen Ausrüstungswerken“ (DAW), einem SS-eigenen Betrieb, errichteten eingeschossigen, 80 Meter langen und 15 Meter breiten Bau. Hier befanden sich Werkstätten, in denen KZ-Häftlinge Zwangsarbeit leisten mussten. Die Gesamtkosten für die Sanierung und Herrichtung des Gebäudes belaufen sich auf rund 2,41 Millionen Euro. Die Mittel werden aus dem Haushalt der Stiftung bereitgestellt, der zu gleichen Teilen vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien finanziert wird.


 

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