Blick in das neue Depot (Foto: Manuela Kichhoff)

Das neue Depot für die Sammlungen der Gedenkstätte Sachsenhausen wird am 25. Februar eröffnet

Tag der offenen Tür, Ausstellung, Präsentationen

Das neue Depot, das die umfangreichen und wertvollen musealen und archivalischen Sammlungen der Gedenkstätte Sachsenhausen beherbergt, wird am Sonntag, 25. Februar 2018, um 14.00 Uhr mit einem „Tag der offenen Tür“ eröffnet. Bei der Eröffnungsveranstaltung werden nach der Begrüßung durch Stiftungsdirektor Prof. Dr. Günter Morsch die brandenburgische Kulturstaatssekretärin Dr. Ulrike Gutheil und der polnische Botschafter Andrzej Przyłębski Grußworte sprechen. Außerdem werden Rainer Naujoks, Sohn des ehemaligen Lagerältesten des KZ Sachsenhausen, Harry Naujoks, dessen umfangreicher Nachlass sich in der Gedenkstätte befindet, und Reinhard Wolff, ehemaliger Häftling im sowjetischen Speziallager Sachsenhausen, zu den Anwesenden sprechen. Anschließend können die neuen Depoträume mit der dort gezeigten Ausstellung, die anhand ausgewählter Exponate einen Überblick über die Sammlungen gibt, besichtigt werden.

Die umfangreichen Sammlungen der Gedenkstätte konnten seit Gründung der Stiftung 1993 stark erweitert werden und umfassen heute rund 35.000 Objekte und 430 Regalmeter Archivmaterial. Mit den materiellen Zeugnissen der verschiedenen Nutzungsperioden von Sachsenhausen bilden sie die Schatzkammer der Gedenkstätte.

Unter den gegenständliche Zeugnissen des Konzentrationslagers, des Speziallagers und der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte befinden sich Objekte von unterschiedlicher Materialität wie Häftlingskleidung, selbst gefertigte Gebrauchsgegenstände aus den Lagern, Fundstücke, 50 historische Möbelstücke, 100 gerahmte Gemälde sowie weitere Kunstwerke und Zeichnungen, Fotos und Dokumente. Von besonderem Wert sind die zahlreichen Nachlässe von ehemaligen Häftlingen, die sie selbst oder ihre Angehörigen der Gedenkstätte anvertraut haben.

Nachdem die Sammlungen bis 1993 im Keller der ehemaligen Häftlingsküche dem Verfall preisgegeben waren, wurden sie sofort nach Gründung der Stiftung gesichert und provisorisch im ehemaligen Kino der Gedenkstätte untergebracht, wo sie bis vor Kurzem unter völlig beengten Verhältnissen aufbewahrt wurden. Die neuen Sammlungsbereiche befinden sich in einem 1941 errichteten Gebäude der „Deutschen Ausrüstungswerke“ (DAW), einem SS-eigenen Betrieb, in dem KZ-Häftlinge Zwangsarbeit leisten mussten. Auf rund 1.200 m² können die kostbaren Hinterlassenschaften der Lager langfristig unter modernen konservatorischen Bedingungen aufbewahrt und für die Nachwelt dauerhaft erhalten werden. Dazu gehören auch klimatisierte Bereiche für besonders sensible Objekte.

Die Gesamtkosten für die Sanierung und Herrichtung des Gebäudes belaufen sich auf rund 2,53 Millionen Euro. Die Mittel wurden aus dem Haushalt der Stiftung bereitgestellt, der zu gleichen Teilen vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien finanziert wird.



 

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