Figur eines SS-Fechters aus der SS-eigenen Porzellanmanufaktur Allach (1938), Kreismuseum Wewelsburg

Die Körper der SS – Ideologie, Propaganda und Gewalt

Sonderausstellung um Neuen Museum

Die Sonderausstellung des Kreismuseums Wewelsburg zeigt, wie sehr die Nationalsozialisten, speziell die SS, in Körperbildern dachten und wie die Vorstellung vom soldatischen, kriegerischen Körper das mörderische Handeln der SS bestimmte.

Die Wewelsburg, eine Renaissance-Burg in der Nähe von Paderborn, sollte nach dem Willen Himmlers zu einer SS-Kultstätte umgebaut werden. KZ-Häftlinge, die in der Nähe in einem eigens eingerichteten Außenlager des KZ Sachsenhausen untergebracht waren, wurden dabei als Zwangsarbeiter eingesetzt.

Das rassistisch definierte Idealbild des „arisch-nordischen“ Körpers war eine der Grundlagen der NS-Ideologie. Daraus folgten der Ausschluss und die Vernichtung hiervon abweichender Individuen und Gruppen. Der Einzelne wurde entweder in die „germanische Volksgemeinschaft“ integriert oder in die Gruppe der „Volksfeinde“ verstoßen. In diesem Zusammenhang kam der SS nach dem Willen ihres „Reichsführers“ Himmler eine zentrale Rolle zu. Die SS-Männer und ihre Familien sollten sich zur Elite der kriegerisch-nationalsozialistischen Bewegung entwickeln.

Neben den Grundlagen nationalsozialistischer Körperbilder und ihrer spezifischen Ausprägung bei der SS thematisiert die 2016 erstmals im Kreismuseum Wewelsburg gezeigte Ausstellung auch die bis in die Gegenwart reichenden Nachwirkungen. Neben zahlreichen Fotos und Dokumenten werden auch Uniformen und andere gegenständliche Exponate gezeigt.

Die Gedenkstätte Sachsenhausen zeigt die Ausstellung im Rahmenprogramm zur neuen Dauerausstellung „Die Konzentrationslager-SS 1936-1945: Arbeitsteilige Täterschaft im KZ Sachsenhausen“, die seit dem 18. Juni 2017 im ehemaligen Kommandantenhaus zu sehen ist.

Ort: Neues Museum (bis 3. Dezember 2017)


 

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