Der Neubau des Museums "Baracke 38" nimmt im Außenbau die schlichte Form des zerstörten Barackenflügels auf. Der Innenraum wurde durch ein Kellergeschoss räumlich erweitert. Die durch Glaswände geschützten Spuren des Brandanschlages sind als Exponat in die Ausstellung integriert und markieren zugleich den Übergang zum restaurierten Altbau der Baracke.
Im Zentrum der Ausstellung steht die Lebens- und Verfolgungsgeschichte jüdischer Häftlinge des KZ Sachsenhausen. Die in vier Phasen gegliederte Ausstellung dokumentiert die antisemitische Politik des NS-Regimes und den sich steigernden Terror im KZ Sachsenhausen.
Die Ausstellungsgestaltung von Prof. HG Merz greift die Zweigeschossigkeit des Gebäudes auf. Der räumliche Abstieg in das Untergeschoss markiert zugleich den Kriegsbeginn und die damit verbundene Radikalisierung der nationalsozialistischen Judenverfolgung.
Die auf den Zeitraum von 1936 bis 1945 begrenzte Chronologie wird immer wieder vertikal biographischen Vitrinen durchbrochen. Sie veranschaulichen die historischen Ereignisse anhand von 23 exemplarischen Lebensläufen. In die Vitrinen eingelassene Schubfächer halten vertiefenden Materialien bereit. Insgesamt werden in der Ausstellung 74 Biographien ehemaliger Häftlinge thematisiert.
Auf rund 200 qm werden Fotos, Filme, Objekte, Zeichnungen und Dokumente gezeigt, die vielfach aus dem persönlichen Besitz ehemaliger Häftlinge stammen. Deren Lebensgeschichte können sich die Besucher an zahlreichen Hörstationen von ihnen selbst erzählen lassen. Vor dem Hintergrund der individuellen Erfahrung einzelner Häftlinge gewinnen die sachlichen Informationen über die nationalsozialistische Verfolgungspolitik eine große Eindringlichkeit.
Anfänge bis Kriegsbeginn (1936-1939)

Im Erdgeschoss wird zunächst die Geschichte einzelner jüdischer Häftlinge dargestellt, die zwischen 1936 und 1938 als politisch oder sozial Verfolgte sowie als Opfer der Nürnberger Rassengesetze inhaftiert waren. Mit dem Novemberpogrom 1938 kam es zu ersten Massenverhaftungen aus ausschließlich rasseideologischen Gründen. Häftlinge aus dem nord-, mittel- und ostdeutschen Raum, aus Berlin, Hamburg, Leipzig und Frankfurt/Oder kamen nach Sachsenhausen.
Kriegsbeginn bis Deportation (1939-1942)

Seit dem 1. September 1939 waren auch die Juden in Sachsenhausen sich ständig verschärfenden Haftbedingungen und Misshandlungen ausgesetzt. Die Lager-SS führte einzelne Massenmordaktionen an jüdischen Häftlingen durch. Die jüdischen Blocks blieben bis zur Deportation nach Auschwitz 1942 bestehen.
Jüdische Häftlinge in Spezialistenkommandos (1942-1945)

Zwischen 1942 und 1945, während die Nationalsozialisten im besetzten Osteuropa den Völkermord an den europäischen Juden durchführten, mussten jüdische Häftlinge des KZ Sachsenhausen Zwangsarbeit leisten.
Zunächst gab es hier nur noch wenige jüdische Häftlinge. Sie waren in Spezialistenkommandos eingesetzt und mussten z.B. persönliche Dinge, Ausweise, Schuhe, Bekleidungs- und Wertgegenstände der Deportierten und Ermordeten weiterverwerten.
Umkehr der Deportationsrichtung (1944/45)

Mit der sich abzeichnenden Niederlage des Deutschen Reiches ab Mitte 1944 kehrte sich die Richtung der Deportationen allmählich um. Tausende polnischer, tschechischer, slowakischer und ungarischer Juden wurden aus ihren Heimatländern oder direkt aus den Vernichtungslagern in das KZ Sachsenhausen transportiert. Sie kamen vor allem in die Außenlager. Bis zur Befreiung im April und Mai 1945 setzten die Nationalsozialisten die Vernichtung des europäischen Judentums fort. Noch in den letzten Wochen ermordeten sie Tausende: in den Außenlagern, auf den Todesmärschen und in den Vernichtungsanlagen des auf dem Industriehof von Sachsenhausen.

Baracke 38 - Innenansicht Aufenthalts- und SchlafraumBaracke 38 - Innenansicht Ausstellungsraum Bild 1Baracke 38 - Teilansicht der AusstellungsflächeBaracke 38 - Foto einer VitrineBaracke 38 - Teilansicht der Ausstellungswände