Zentraler Gedenkort "Station Z"

Nach 1990 wurde die "Station Z", wie die Vernichtungsanlagen des KZ Sachsenhausen im Sprachgebrauch der SS genannt wurden, zum zentralen Gedenkort. Die Relikte der Krematoriumsöfen, der Erschießungsanlage und der Gaskammer traten damit an die Stelle des Obelisken, auf den die Gestaltung der DDR Gedenkstätte ausgerichtet war. Das 1942 errichtete Gebäude der "Station Z" wurde 1952/53 von der "Kasernierten Volkspolizei" gesprengt. Die Fundamentreste wurden 1961 in die Nationale Mahn- und Gedenkstätte integriert und erhielten eine monumentale Überdachung.

Im April 2004 begann der Rückbau des Ende der 50er Jahre errichteten und inzwischen irreparabel beschädigten Betondaches. Ab dem Sommer 2004 wird eine neue Halle nach einem Entwurf des Büros Prof. HG Merz Architekten (Stuttgart/Berlin) entstehen. Unter der neuen Schutzhülle werden die Überreste der ehemaligen Vernichtungseinrichtungen und Krematorien auf Dauer vor Witterung und Verfall geschützt werden. Die ursprüngliche Lagermauer zwischen dem Häftlingslager und dem Industriehof wird durch moderne Glasfaserbetontafeln wieder geschlossen. Hier wird ab April 2005 die dokumentarische Ausstellung "Mord und Massenmord im KZ Sachsenhausen 1939-1945" zu sehen sein. Der Zugang zum Gedenkort erfolgt künftig durch eine Öffnung nördlich des Erschießungsgrabens.

Innenfoto des Modells der "Station Z"
Innenansicht der "Station Z" (Modell Foto: Prof. HG Merz Architekten)

Im Inneren der Schutzhülle, einer freitragenden, 37 mal 39 Meter großen Halle aus lichtdurchlässigem Gewebe, entsteht ein Gedenkraum, der für ca. 200 Personen Platz bietet. Für größere Veranstaltungen steht vor der Schutzhülle eine weiträumige Freifläche zur Verfügung. Mehrere Gruben mit Menschenasche, die in den 90er Jahren im Bereich der "Station Z" gefunden wurden, werden als Grabstätten gekennzeichnet.

Bis zur Einweihung am 60. Jahrestag der Befreiung am 17. April 2005 sind die Fundamente der Vernichtungsanlagen und der Erschießungsgraben für die Besucher der Gedenkstätte nicht zugänglich.

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