Flächengestaltung

Bestandteil des Wettbewerbs zur "Station Z" war auch die Frage nach dem zukünftigen Umgang mit den Gestaltungselementen der DDR-Mahnmalsanlage sowie ein Konzept für eine Neugestaltung der Freiflächen unter Einbeziehung des ehemaligen Industriehofes. Diese Zielvorgabe lief auf eine umfassende Neukonzeption der Gedenkstätte hinaus, wobei die historischen Gebäude und Relikte erhalten und die ursprüngliche architektonische Struktur des Lagers wieder sichtbar gemacht werden sollte.

Der preisgekrönte Entwurf von Prof. HG Merz Architekten (Stuttgart/Berlin) nimmt überformende Elemente der DDR-Gestaltung zurück und schärft mit zurückhaltenden Mitteln den Blick für die Authentizität des Ortes.

Im Bereich des ehemaligen Lagerdreiecks markieren geringfügige Bodenabsenkungen die Grundflächen der nicht mehr vorhandenen Häftlingsbaracken. Die Vertiefungen erhalten eine grobe Schotterdecke, die von Bewuchs freigehalten wird. Die Flächen zwischen den Barackenstandorten werden mit einem feineren Splitt-Sand-Belag bedeckt, so dass ein Bodenrelief entsteht, das die fächerförmige Anordnung der Häftlingsbaracken um den halbrunden Appellplatz wieder nachvollziehbar macht. Da die Besucher sich auf den kürzesten Verbindungen zwischen den Museen bewegen, werden sich zwischen der langsam wachsenden Spontanvegetation Wege abzeichnen.

Die einsturzgefährdete Ringmauer, die den Appellplatz umschließt, soll abgetragen werden, da sie „die räumlich-geometrische Erfahrbarkeit der Anlage verstellt“ (Prof. HG Merz). Nach der Sanierung des Torgebäudes werden die Besucher vom erhöhten Standpunkt der Wachkanzel im "Turm A" die Geometrie des totalen Terrors, den die SS im "Musterlager" Sachsenhausen zu verwirklichen versucht hat, wieder nachvollziehen können. Der Obelisk, als zentrales Element der DDR-Gedenkstättengestaltung, wird erhalten bleiben.

Die Arbeiten für die Umsetzung der Bodenreliefs beginnen im Sommer 2004.

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Eingangssituation und Besucherleitsystem
Zentraler Gedenkort "Station Z"
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