Sonderausstellung
"Von der Sachsenburg nach Sachsenhausen. Bilder aus dem Fotoalbum eines KZ-Kommandanten"

Konzentrationslager Esterwegen

Karl Otto Koch fungierte von November 1934 bis Februar 1935 als „Führer der Lagertruppe“ im Konzentrationslager Esterwegen. Im April 1936 trat er, inzwischen SS-Sturmbannführer, in Esterwegen die Nachfolge des nach Dachau versetzten Lagerkommandanten Hans Loritz an. Das Lager war zu diesem Zeitpunkt mit knapp 1.000 Gefangenen belegt, überwiegend politische „Schutzhäftlinge“ und „BVer“ („Befristete Vorbeugungshäftlinge“). Obwohl es 1936 zu weiteren Umbauarbeiten im Lager kam und die Gefangenen für die SS u.a. ein Schwimmbad errichten mussten, wurde Esterwegen im August/September 1936 als letztes der im Sommer 1933 vom Preußischen Innenministerium eingerichteten drei Konzentrationslager im Emsland aufgelöst. Insassen und Teile der SS-Wachmannschaften wurden nach Sachenhausen überführt.

Das Häftlingslager des Konz. Lagers Esterwegen
Das Häftlingslager des Konz.[entrations] Lager[s] Esterwegen
Das Häftlingslager vom A Turm“ [Originalunterschrift]
ca. 1935
Das Foto zeigt einen Häftlingsappell.

© Föderaler Sicherheitsdienst Russlands/Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Wir wurden in einem Sonderzug nach Papenburg gebracht und auf dem Bahnhof der SS Esterwegen übergeben. Mit Stöcken, Gewehrkolben und Fußtritten wurden wir vor dem Bahnhof zum Antreten getrieben. […] Wir kamen müde und geschunden, aber ohne Verluste in Esterwegen an. Vor der Kommandantur spürten wir zum ersten Mal, was ein KZ bedeutete. Eine Hundertschaft SS fiel über uns her, riss uns die Mützen oder Hüte ab, riss uns an den Haaren, schlug uns ins Gesicht und trat uns in den Magen.

August Baumgarte, 1970

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Koch und das Selbstbild der Konzentrationslager-SS