Sonderausstellung
"Von der Sachsenburg nach Sachsenhausen. Bilder aus dem Fotoalbum eines KZ-Kommandanten"

Konzentrationslager Hohnstein

Am 8. März 1933 besetzten SA-Leute die Jugendburg Hohnstein und funktionierten sie in ein Konzentrationslager um. Mitte März trafen die ersten größeren Häftlingstransporte ein. Bis November 1933 wurden ungefähr 2500, bis August 1934 5600 Häftlinge auf der Burg inhaftiert. Dabei handelte es sich überwiegend um politische Gegner der Nationalsozialisten, doch auch Frauen und Kinder waren unter den Inhaftierten zu finden. Die Burg Hohnstein galt als eines der schlimmsten frühen Konzentrationslager. Am 30. Juni 1934 besetzte das SS-Sonderkommando Sachsen unter SS-Hauptsturmführer Karl Otto Koch die Burg. Im August 1934 wurde das KZ Hohnstein aufgelöst. Die Häftlinge, die nicht mehr entlassen wurden, kamen in das KZ Sachsenburg.

Burg HohensteinDie Stadt Hohnstein liegt, umgeben von den Wäldern der Sächsischen Schweiz, auf einem Bergsattel hoch über dem Polenztal. Noch höher liegt die Burg, auf einem Felsen, dessen Wände nach drei Seiten senkrecht etwa 80 bis 90 Meter tief abfallen. Ein Sprung über die kaum brusthohe Mauer des Burghofes in diese Tiefe bedeutet sicheren Tod. Diesen Tod hat so mancher den unmenschlichen Quälereien vorgezogen, denen die Gefangenen im Konzentrationslager der Burg Hohnstein ausgesetzt sind.

Otto Urban, 1934
 

Burg Hohnstein
Sommer 1934

© Föderaler Sicherheitsdienst Russlands/Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

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Koch und das Selbstbild der Konzentrationslager-SS