Sonderausstellung
"Von der Sachsenburg nach Sachsenhausen. Bilder aus dem Fotoalbum eines KZ-Kommandanten"

Karl Otto Koch
und das Selbstbild der Konzentrationslager-SS

Der 1897 als Sohn eines Beamten geborene Karl Otto Koch nahm am Ersten Weltkrieg als Soldat teil. Nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft gelang es ihm nicht mehr in seinen erlernten Beruf als Kaufmann und Buchhalter zurück zu kehren. Schon 1931 trat er in die SS ein. Das Fotoalbum dokumentiert die weiteren Stationen seiner Karriere nach der Machtergreifung der Nazis 1933 bis zu seiner Versetzung als KZ-Kommandant von Sachsenhausen nach Buchenwald. Im April 1945 wurde Koch auf Befehl des Reichsführers SS Heinrich Himmlers wegen Mordes sowie wegen zahlreicher Unterschlagungen und Korruptionsvergehen erschossen. Die Bilder seines Fotoalbums dagegen beschönigen den durch Verbrechen, Brutalität, persönliche Bereicherung, Kumpanei und Alkoholexzesse charakterisierten Dienstalltag des KZ-Kommandanten Koch.

Rekrutenschießen auf dem Schießstand
20. „Rekrutenschießen auf dem Schießstand
[Originalunterschrift] ca. 1935

© Föderaler Sicherheitsdienst Russlands/Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Eines Tages kommen junge Leute ins Lager, mit kurzen Hosen, mit Sporthemden. Werden geführt von der SS, wir müssen antreten. Die schlotterten mehr als wir schlotterten, weil ihnen eingeprägt worden ist, das sind alles Schwerverbrecher, das sind Mörder und gefährliche Leute. Und dann verschwanden die. […] Nach drei Monaten kamen dieselben jungen Leute wieder – in SS-Uniform, und waren die schlimmsten Verbrecher, die man sich vorstellen kann.

Hans Rentmeister, 1995

Spindordnung in der 3. Standarte der Politischen Bereitschaften21. „Spindordnung in der 3. Stand[arte] d[er] Politischen Bereitschaften
[Originalunterschrift] Dresden-Wachwitz, Winter 1933/34

© Föderaler Sicherheitsdienst Russlands/Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
 

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Koch und das Selbstbild der Konzentrationslager-SS