Sonderausstellung
"Von der Sachsenburg nach Sachsenhausen. Bilder aus dem Fotoalbum eines KZ-Kommandanten"

Konzentrationslager Sachsenburg

Im Mai 1933 wurde auf dem Gelände einer ehemaligen Spinnerei in Sachsenburg ein Konzentrationslager der SA eingerichtet. Da die alten Fabrikgebäude erst für die Unterbringung von etwa 1500 bis 2000 Häftlinge umfunktioniert werden mussten, kamen die ersten Häftlinge in dem nahe gelegenen Schloss Sachsenburg unter. Nachdem sie den Ausbau abgeschlossen hatten, wurden sie am 15. Mai 1933 endgültig in die Fabrik verlegt. Nach dem Wechsel der Wachmannschaften und der Übernahme durch die SS verschlechterten sich die Bedingungen für die Häftlinge rapide. Im Sommer 1937 wurde das KZ Sachsenburg aufgelöst und die Häftlinge nach Sachsenhausen und Buchenwald überführt.

Mitten in der Nacht war ich aufgeschreckt. […] Um mich her das Atmen und Schnarchen vieler hundert Kameraden. Plötzlich ertönte eine Sirene. Scheinwerferlichter huschten über die dreistöckigen Liegestellen. Signale durchschnitten die Nacht, Kommandorufe „Antreten, antreten!“ Eine Gewehrsalve knatterte. Um mich herum wurde es lebendig. „Komm nur, [wir] werden es schon überstehen“ sagte unter mir der Einbeiner und schnallte seine Prothese an. Dann drängen sich gegen tausend Männer, alte und junge, die kalten Betonstufen des Treppenhauses hinunter auf den Fabrikhof. Es war November.

Karl Otto, 1987

Ablösen der Wache im Konzentrationslager Sachsenburg
Ablösen der Wache im K[onzentrations]L[ager]S[achsenburg]“
[Originalunterschrift]
Herbst 1934

© Föderaler Sicherheitsdienst Russlands/Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

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Koch und das Selbstbild der Konzentrationslager-SS