Die "Inspektion der Konzentrationslager" in Oranienburg
(1938 bis 1945)

In Oranienburg befand sich zwischen 1938 und 1945 die "Inspektion der Konzentrationslager", die Verwaltungszentrale der SS für sämtliche Konzentrationslager im deutschen Machtbereich. Das wegen seines dreiflügligen Grundrisses so genannten "T-Gebäude" wurde 1938 von Häftlingen des Konzentrationslagers Sachsenhausen errichtet. Nicht zuletzt als Standort dieser bedeutenden Institution des SS-Terrors nehmen Oranienburg und das KZ Sachsenhausen einen besonderen Stellenwert innerhalb des KZ-Systems ein.

Die SS-Bediensteten der "Inspektion" waren maßgeblich an der Durchführung des Völkermordes an den europäischen Juden und am Genozid an den Sinti und Roma beteiligt. Sie koordinierten den Massenmord an den sowjetischen Kriegsgefangenen in den Konzentrationslagern und die systematische Ermordung kranker Häftlinge. Alle Massenmorde, aber auch jeder einzelne tote Häftling, wurden in diesem Hause registriert. Die Schreibtischtäter der "Inspektion" bestimmten Haftbedingungen und Hungerrationen, Zwangsarbeit und Häftlingsstrafen. Hier wurde der systematische Terror in den Lagern bürokratisch geplant. Seit 1942 wurden von hier aus die Zwangsarbeit der KZ-Häftlinge für die deutsche Rüstungsindustrie zentral gelenkt, die Ausbeutung der Gefangenen und ihre "Vernichtung durch Arbeit" koordiniert.

Bis 1990 wurde das "T-Gebäude" von der Nationalen Volksarmee der DDR genutzt. Heute ist das Finanzamt Oranienburg Hauptnutzer des Gebäudes, in dem auch die Geschäftsstelle der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten seit 1993 ihren Sitz hat. Die Dokumentation "Die Inspektion der Konzentrationslager 1938 bis 1945 - Das System des Terrors" im ehemaligen Dienstzimmer des KZ-Inspekteurs Theodor Eicke informiert über die Geschichte des Hauses und die Funktion der KZ-Inspektion.