Strafkommando und KZ-Außenlager Klinkerwerk

Nicht von Interesse: Die Nutzung des Geländes "Klinkerwerk" nach 1945

Das Klinkerwerk wurde bei der alliierten Bombardierung am 10. April 1945 fast vollständig zerstört. Dabei kamen etwa 200 Häftlinge ums Leben, deren in den Bombentrichtern verscharrte Leichen vermutlich niemals geborgen wurden. Aus den Trümmern der Fabrikanlagen transportierte nach Kriegsende die Rote Armee alle noch brauchbaren Maschinen und Werkzeuge in die Sowjetunion ab, sprengte die restlichen Ruinen und ebnete mit den Schuttresten das Gelände ein. Bereits 1951 überließ die Rote Armee das Areal der Stadt Oranienburg. Nach der Übernahme durch die DDR-Militärbehörden wurde das Gelände Sperrgebiet. Neben der hier stattfindenden Fahrerausbildung übte die chemische Kompanie eines Regimentes für die Fälle chemischer, biologischer und atomarer Angriffe.
Der Landkreis Oberhavel deklarierte 1991 das Klinkergelände als Gewerbegebiet, das nach der Wende zunächst als wilde Müllkippe benutzt wurde. 1991 erwarb die Firma Havelbeton den Bereich des Hafens und umzäunte ihn.
Nur eine Gedenktafel, im April 1977 an der Zufahrtsstraße errichtet, erinnerte an das Außenlager des KZ Sachsenhausen. Ansonsten wurde das Gelände zu einem geschichtslosen Ort.

Auf die Geschichte des Klinkergeländes, auf dem zahlreiche Häftlinge starben, machten 1992 Vertreter von Opferverbänden, Überlebende und Historiker aufmerksam. Eine Expertenkommission legte Empfehlungen für eine Neukonzeption zur Nutzung des Gebietes vor. Sie beantragte, das Gelände unter Denkmalschutz zu stellen, um eine weitere gewerbliche Nutzung zu verhindern und das Gelände als Ort des Gedenkens vor weiteren Zerstörungen zu schützen. Erst vier Jahre später - im Februar 1996 - stellte die Denkmalschutzbehörde des Landkreises Oberhavel das Gelände des ehemaligen Außenlagers Klinkerwerk unter Denkmalschutz.
Der Minister für Kultur richtete bei der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten eine Arbeitsgruppe ein, in der mehrere Opferverbände, das Land, der Kreis, die Stadt Oranienburg, und die Firma Havelbeton vertreten waren. Sie entwickelte die Konzepte des "Geschichtsparks KZ-Außenlager Klinkerwerk".

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Chronik