Naherholungsgebiet für die Einwohner von Oranienburg und die Lungenheilanstalt am Grabowsee
Errichtung eines 300 Meter langen Schießplatzes durch die SS in der Nähe der Lehnitz-Schleuse durch Häftlinge des Konzentrationslagers Sachsenhausen. Durch Zeitzeugen ist überliefert, dass beim Bau des Schießplatzes zahlreiche Häftlinge über die Postenkette getrieben wurden, die dann von der SS "auf der Flucht erschossen" wurden.
Gründung des SS-eigenen Unternehmens "Deutsche Stein- und Erdwerke G. m. b. H."- (DEST); Planung eines Ziegelwerkes in Oranienburg durch die SS
Errichtung des Klinkerwerks als Außenkommando des Konzentrationslagers Sachsenhausen durch Häftlinge des Kommandos "Klinker", das als Strafkommando galt.
Nachdem die Verladearbeiten bisher direkt am Hohenzollernkanal vorgenommen wurden, wird mit dem Bau des Hafens begonnen. Bei der Anlage der beiden Hafenbecken kommen zahlreiche Häftlinge ums Leben, darunter vor allem Sinti und Roma, Zeugen Jehovas, Homosexuelle sowie jüdische und polnische Häftlinge.
Auf Wunsch von Generalbauinspekteur Albert Speer beginnt die SS nördlich der Hafenbecken mit der Errichtung der Steinbearbeitungswerke, wo Material aus SS-eigenen Steinbrüchen durch Häftlinge bearbeitet werden sollte. Die Planungen werden aber nur ansatzweise realisiert. Statt der ursprünglich vorgesehenen großen Hallen entstehen nur Behelfsbauten.
Fehlplanungen bei den technischen Verfahren zur Ziegelherstellung sowie Baumängel an den Produktionsanlagen veranlassen die SS, den gerade fertiggestellten Bau in großen Teilen wieder abzureißen und unter Hinzuziehung eines Fachmannes für die Ziegelherstellung neu zu errichten. Beim Wiederaufbau wird der "Erlengrund", ein Moorgebiet am Stintegraben, teilweise aufgeschüttet. Dabei werden Häftlinge durch die SS in das sumpfige Gelände getrieben, die darin versanken und erstickten. Nicht in immer werden die Leichen geborgen.
Fertigstellung des Klinkerwerkes, zu dem vor allem die sog. "Große Halle" für Ziegelproduktion, die als Reparaturwerkstatt genutzte "Kleine Halle", Turbinenhalle/Kesselhaus sowie der für die Heranschaffung des Tons angelegte Bahndamm zur Tongrube nach Zehlendorf/Niederbarnim gehören.
Fertigstellung des südöstlich der "Großen Halle" gelegenen Häftlingslagers mit zehn Häftlingsbaracken. Das Klinkerwerk wird jetzt ein selbständiges Außenlager mit eigenem Lagerführer. Zum Häftlingslager gehört auch ein Kohlebunker, in dem vorübergehend die Leichen der Häftlinge aufbewahrt werden, bevor man sie ins Krematorium des Hauptlagers transportiert.
Produktionsbeginn in der Brotfabrik, die das Hauptlager und alle Bereiche der SS bis nach Berlin, aber auch zivile Kunden mit Brot und Backwaren beliefert.
Bau des Ziegellaboratoriums
Umbenennung des von der DEST betriebenen Klinkerwerks in "Großziegelei Oranienburg"
Teilweise Umstellung des Klinkerwerks auf Rüstungsproduktion. Verlegung der Rohstoffrückgewinnung vom KZ Sachsenhausen in das Steinbearbeitungswerk
Bei einer planmäßigen Mordaktion werden im Klinkerwerk rund 200 homosexuelle Häftlinge umgebracht.
Fertigstellung der Eisenbahnbrücke über den Hohenzollernkanal
In einer neu errichteten Granatengießerei produzierten Häftlinge Wurfgranaten. Mitte 1944 betrug die Tagesproduktion 10.000 Stück.
Teile der Heinkel-Werke GmbH werden auf das Gelände des Steinbearbeitungswerkes verlegt
Um die Spuren der Verbrechen zu verwischen, lässt der letzte Leiter des Außenlagers Klinkerwerk, Heinrich Fresemann, auf Weisung des Kommandanten acht bis neun Tonnen Menschenasche aus dem Krematorium des Stammlagers beim Klinkerwerk in den Hohenzollernkanal schütten.
Das Klinkerwerk und die Steinbearbeitungswerke werden bei einem angelo-amerikanischen Bombenangriff fast vollständig zerstört. Dabei kommen mindestens 200 Häftlinge ums Leben. Leichen und Leichenteile werden auch vor Ort in Bombentrichtern verscharrt.
Die SS gibt das Klinkerwerk auf, die Überlebenden kommen in das KZ Sachsenhausen, von dort aus treten sie den Todesmarsch Richtung Lübeck an, in dessen Verlauf viele Häftlinge ermordet werden oder an Erschöpfung sterben.
Die Bäckerei wird wieder in Betrieb genommen.
Der Kommandant des Klinkerwerks wird von einem sowjetischen Militärtribunal zu lebenslanger Haft verurteilt.
Die sowjetischen Truppen sprengen die Ruinen und ebnen sie ein.
Übergabe des Geländes an die Stadt Oranienburg
Militärisches Übungsgelände
Einweihung einer Gedenktafel der Stadt Oranienburg
Schließung der Bäckerei
Das Gelände "Klinkerhafen" wird Gewerbegebiet
Die Firma Havelbeton erwirbt den Bereich des Hafens
Opferverbände, Überlebende und Historiker machen auf die Geschichte des Geländes aufmerksam und beantragen Denkmalschutz
Schließung des Schießstandes
Ein Feuer zerstört Teile der Bäckerei
Das gesamte Gelände des ehemaligen Klinkerwerks, des Steinbearbeitungswerkes sowie die Brotfabrik und der Schießstand werden unter Denkmalschutz gestellt.
Gründung der Arbeitsgruppe Klinkerwerk, in der Landes-, Kreis und Kommunalbehörden, Denkmalpflege, die Firma Havelbeton, Vertreter der Opferverbände und andere Beteiligte unter Federführung der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten über den zukünftigen Umgang mit dem Gelände beraten
Ein Workcamp führt Aufräumarbeiten durch und kennzeichnet die noch vorhandenen Fundamente.
Gedenkveranstaltung am Hafenbecken unter Teilnahme von Vertretern der französischen Organisation Amicale, zu der ehemalige Häftlinge der Außenkommandos "Klinkerwerk" und "Speer" gehören. Gleichzeitig werden vier Informationstafeln zur Geschichte des Ortes als Grundstein des zukünftigen Geschichtsparks "KZ-Außenlager Klinkerwerk" der Öffentlichkeit vorgestellt.
Der Landschaftsarchitekt Michael Heurich und die Historikerin Kerstin Engelhardt legen ein von der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten in Auftrag gegebenes Konzept für die Gestaltung des Geschichtsparks vor, das von den Mitgliedern der AG-Klinkerwerk einstimmig verabschiedet wird.
Die Jugendlichen eines Workcamps kennzeichnen und dokumentieren das ehemalige Häftlingslager des Klinkerwerks.
Die Stadt Oranienburg beantragt eine Zuwendung gemäß der Förderrichtlinie zur Entwicklung städtebaulich relevanter Brachflächen beim Ministerium für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr für die Planung des Geschichtsparks Klinkerwerk.
Einweihung des von Schülern und Schülerinnen des Oranienburger Runge-Gymnasiums gestalteten Gedenkplatzes am Hafenbecken des Klinkerwerks. Die Firma Havelbeton hatte zuvor auf eigene Kosten den Zugangsweg angelegt und den Gedenkplatz an der Südspitze des Hafenbeckens befestigt.
Die Stadtverordnetenversammlung von Oranienburg fasst einen Beschluss, in dem die "weitere Realisierung" des Geschichtsparks Klinkerwerk auf der Grundlage des von der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten vorgelegten Konzepts "angestrebt" wird. Mit den weiteren Planungen wird der Garten- und Landschaftsarchitekt Kai-Uwe John (Marwitz) beauftragt.
Aufstellung einer Figurengruppe, die von Schülerinnen und Schülern des Oranienburger Runge-Gymnasiums in Zusammenarbeit mit dem Berliner Künstler Stuart N. R. Wolfe geschaffen worden sind
Vorstellung einer landschaftsplanerischen Konzeption des Planungsbüros John für den Geschichtspark, die die Grundlage für die Realisierung darstellt
Der Hauptausschuss der Stadtverordnetenversammlung von Oranienburg beschließt die Errichtung des Geschichtsparks "KZ-Außenlager Klinkerwerk"
Das Verwaltungsgericht Potsdam bestätigt den Denkmalschutz für das Gelände des ehemaligen Klinkerwerks