Konzentrationslager Sachsenhausen (1936-1945)

Idealtypisches Modelllager

Unmittelbar nach der Ernennung des Reichsführers SS Heinrich Himmler zum Chef der Deutschen Polizei im Juli 1936 ließ die SS auf staatlichem Forstgelände im Ortsteil Sachsenhausen von Oranienburg von einem Häftlingskommando aus dem KZ Esterwegen die ersten Baracken eines Konzentrationslagers errichten, das nach Worten Himmlers von 1937 den Prototyp eines "modernen, vollkommen neuzeitlichen und jederzeit erweiterungsfähigen Konzentrationslagers" darstellen sollte.

Der Sinn dieser Worte erschließt sich besonders deutlich aus einem Vergleich zwischen dem KZ Sachsenhausen und dem häufig mit diesem verwechselten KZ Oranienburg. Im Gegensatz zur eher improvisierten Einrichtung des KZ Oranienburg folgte der Entwurf der SS für das KZ Sachsenhausen einem "Idealplan", in dem sich funktionale Überlegungen mit der architektonischen Symbolisierung von Kontrolle und Terror verbanden. Das Häftlingslager wurde in Form eines gleichschenkeligen Dreiecks angelegt, in dem alle Gebäude symmetrisch um die Mittelachse gruppiert und auf den Turm A, den Sitz der SS-Lagerleitung, auf der Mitte der Grundlinie des Dreiecks bezogen waren. Vor diesem lag halbkreisförmig der Appellplatz, der wiederum von vier Ringen fächerförmig angeordneter Baracken umschlossen wurde. Um die Fortsetzung der Mittelachse über den Turm A und die Lagerstraße hinaus wurde das SS-Truppenlager angelegt, in dem die Axialität und Symmetrie des Häftlingslagers und des Kommandanturbereichs sich weitgehend fortsetzten.

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"Konzentrationslager der Reichshauptstadt"
Häftlingsgesellschaft
Zwangsarbeit
Opfer
Evakuierung, Todesmärsche und Befreiung