Konzentrationslager Sachsenhausen (1936-1945)

Häftlingsgesellschaft

Insgesamt waren im KZ Sachsenhausen mehr als 200.000 Menschen eingesperrt. Während in der Gründungsphase des Lagers politische Gegner des NS-Regimes die Mehrheit der Häftlinge stellten, wurde das KZ ab 1938 immer mehr zum Instrument der rassistischen Gesellschafts- und Bevölkerungspolitik des NS-Regimes, die sich gegen Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle, Zeugen Jehovas, sogenannte Asoziale, Arbeitsscheue und Berufsverbrecher und andere Gruppen richtete. Ab 1939 wurden zehntausende Menschen aus den besetzten Ländern, ausländische Zwangsarbeiter und alliierte Kriegsgefangene in das KZ Sachsenhausen verschleppt. 1944 waren rund 90 Prozent der Häftlinge Ausländer, unter denen Bürger der Sowjetunion und aus Polen die größten Gruppen stellten. Um die neuen Opfergruppen unterbringen zu können, musste das Häftlingslager schon 1938 in Abweichung vom "Idealplan" um das "Kleine Lager" ergänzt werden, in dessen Baracken 37, 38 und 39 fast ausschließlich jüdische Häftlinge untergebracht wurden, bis die meisten von ihnen im Oktober 1942 nach Auschwitz deportiert werden.

Mehr Informationen:

Konzentrationslager Sachsenhausen (1936-1945)
idealtypisches Modelllager
"Konzentrationslager der Reichshauptstadt"
Häftlingsgesellschaft
Zwangsarbeit
Opfer
Evakuierung, Todesmärsche und Befreiung