Konzentrationslager Sachsenhausen (1936-1945)

Zwangsarbeit

Ein Arbeitseinsatz der Häftlinge erfolgte zunächst in SS-eigenen Werkstätten und Betrieben auf dem Häftlingslager benachbarten Industriehof sowie in verschiedenen Strafkommandos wie dem Schuhläuferkommando, dessen Häftlinge unter dem Kommando eines zivilen Beamten des Reichswirtschaftsministeriums tagelang mit Gepäck auf einer um den Appellplatz angelegten Schuhprüfstrecke mit verschiedenen Bodenbelägen marschieren mussten, um die Tauglichkeit von Kunststoffen für Sohlen von Wehrmachtsstiefeln zu erproben. Als gefürchtetes Strafkommando galt auch das "Klinkerwerk", ein von Häftlingen 1938 unter großen Opfern angelegtes Großziegelwerk mit eigener Hafenanlage an der Lehnitzschleuse, in dem die Ziegel für Albert Speers Großbauvorhaben in Berlin produziert werden sollten. Vor allem im Zuge des massenhaften Einsatzes der Zwangsarbeit von KZ-Häftlingen in der Rüstungsindustrie ab 1942 entstanden mehr als 100 Außenlager und Außenkommandos des KZ Sachsenhausen in der Nähe von Rüstungsbetrieben, u.a. bei den Heinkel-Flugzeugwerken in Oranienburg und bei Berliner Industriebetrieben wie Siemens und AEG.

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idealtypisches Modelllager
"Konzentrationslager der Reichshauptstadt"
Häftlingsgesellschaft
Zwangsarbeit
Opfer
Evakuierung, Todesmärsche und Befreiung