Konzentrationslager Oranienburg 1933/34

Haftort für Regime-Gegner aus Berlin

Das erste Konzentrationslager Preußens in der Kreisstadt Oranienburg bei Berlin nahm bei der Verfolgung von tatsächlichen und potentiellen Gegnern des sich etablierenden NS-Regimes in der Reichshauptstadt eine Schlüsselstellung ein. Nach der staatlichen Anerkennung des KZ Oranienburg wurden auf Weisung des Potsdamer Regierungspräsidenten die kleineren Lager im Regierungsbezirk beschlossen und deren Insassen nach Oranienburg überführt. Unter den Häftlingen waren Abgeordnete des Reichstages und des Preußischen Landtages, führende Mitarbeiter des Berliner Rundfunks und zahlreiche Intellektuelle. Waren es zu Anfang fast ausschließlich Kommunisten, so kam ab Juni/Juli 1933 auch eine geringe Anzahl Sozialdemokraten hinzu. Einige Häftlinge gehörten den Mitte- und Rechtsparteien an wie der Deutschen Zentrumspartei oder der Deutschnationalen Volkspartei. Vereinzelt stammten Häftlinge sogar aus dem "Stahlhelm", der NS-Betriebszellenorganisation oder aus der NSDAP. Letztere erhielten jedoch als "Ehrenhäftlinge" privilegierte Haftbedingungen. Mit 735 Häftlingen erreichte die Belegung des Lagers im Dezember 1933 ihren Höhepunkt. Insgesamt waren im KZ Oranienburg 3.000 Männer und drei Frauen inhaftiert.


Weitere Informationen:

Konzentrationslager Oranienburg 1933/34
KZ inmitten der Stadt
Haftort für Regime-Gegner aus Berlin
Lageralltag
Propaganda
Auflösung des Lagers