Konzentrationslager Oranienburg 1933/34

Auflösung des Lagers

Im Zusammenhang mit dem "Röhm-Putsch" und der Entmachtung der SA wurde das Lager im Juli 1934 von der SS übernommen und aufgelöst. Unter Führung des "Inspekteurs der Konzentrationslager, SS-Brigadeführer Theodor Eicke, übernahmen 150 SS-Männer das Lager. Am 13. Juli 1934wurden die Häftlinge in das KZ Lichtenburg überstellt. Das KZ Oranienburg blieb als "Reservelager für Berlin für etwa eintreffenden Bedarf" bestehen.

Nach 1945 gehörte das KZ Oranienburg jahrzehntelang zu den fast vergessenen Terrorstätten des NS-Regimes. Die im Krieg zerstörten Gebäude waren bis auf Teile einer Brandmauer abgetragen worden. In den 60er Jahren entstanden auf dem Gelände Büros und Garagen für die "Volkspolizei". Eine unscheinbare Bronzetafel, ein als Bank aufgestellter Zementblock und ein Gedenkstein für Erich Mühsam konnten nicht verhindern, dass die Erinnerung verblasste und durch das KZ Sachsenhausen überlagert wurde.

Die künftige Dauerausstellung "KZ Oranienburg" in der Gedenkstätte Sachsenhausen, die im Herbst 2001 im Neuen Museum eröffnet wird, geht zurück auf eine vielbeachtete Sonderausstellung, mit der die Gedenkstätte und das Museum Sachsenhausen 1994 erstmals ein umfassendes Bild dieser fast vergessenen Terrorstätte des NS-Regimes präsentiert hat.

Lagebeschreibung

Das Gelände des ehemaligen KZ Oranienburg befindet sich in der Berliner Straße 20 (B 96, Richtung Berlin) gegenüber der Einmündung der Erich-Mühsam-Straße. Der kleine Gedenkplatz liegt stadtauswärts unmittelbar neben dem Polizeigebäude.

Weitere Informationen:

Konzentrationslager Oranienburg 1933/34
KZ inmitten der Stadt
Haftort für Regime-Gegner aus Berlin
Lageralltag
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Auflösung des Lagers