Das als "Zone I" bezeichnete ehemalige Schutzhaftlager war für
internierte Zivilisten ohne rechtskräftige Verurteilung vorgesehen. In
dem "Zone II" genannten ehemaligen Sonderlager für alliierte
Kriegsgefangene befanden sich zunächst Sowjetbürger, die auf ihre
Rückführung in die Sowjetunion warteten. Unter ihnen waren auch sowjetische
KZ-Häftlinge, die wie Verräter behandelt und teilweise in sibirische
Lager weitertransportiert wurden. Im ersten Halbjahr 1946 diente die "Zone
II" zur Inhaftierung von etwa 6000 aus westlicher Kriegsgefangenschaft
entlassenen Wehrmachtsoffizieren. Danach waren die Stein- und Holzbaracken mit
Häftlingen belegt, die von Sowjetischen Militärtribunalen zu bis zu
15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden waren. Als arbeitsfähig eingestufte
Häftlinge aus beiden Zonen wurden bis 1950 zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion
gebracht. Darüber hinaus waren im Lager verurteilte Angehörige der
sowjetischen Besatzungstruppen untergebracht.