Das Sowjetische Speziallager Sachsenhausen Nr. 7/ Nr. 1 (1945-1950)

Multifunktionalität des Lagers

Das als "Zone I" bezeichnete ehemalige Schutzhaftlager war für internierte Zivilisten ohne rechtskräftige Verurteilung vorgesehen. In dem "Zone II" genannten ehemaligen Sonderlager für alliierte Kriegsgefangene befanden sich zunächst Sowjetbürger, die auf ihre Rückführung in die Sowjetunion warteten. Unter ihnen waren auch sowjetische KZ-Häftlinge, die wie Verräter behandelt und teilweise in sibirische Lager weitertransportiert wurden. Im ersten Halbjahr 1946 diente die "Zone II" zur Inhaftierung von etwa 6000 aus westlicher Kriegsgefangenschaft entlassenen Wehrmachtsoffizieren. Danach waren die Stein- und Holzbaracken mit Häftlingen belegt, die von Sowjetischen Militärtribunalen zu bis zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden waren. Als arbeitsfähig eingestufte Häftlinge aus beiden Zonen wurden bis 1950 zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion gebracht. Darüber hinaus waren im Lager verurteilte Angehörige der sowjetischen Besatzungstruppen untergebracht.

Weitere Informationen:

Sowjetisches Speziallager Sachsenhausen
Vorgeschichte
Errichtung des Speziallagers Nr. 7 / Nr. 1
Multifunktionalität des Lagers
Entlassungen und Auflösung
Internierte und Verurteilte
Leben und Sterben im Lager
Ende des Schweigens
Museum "Sowjetisches Speziallager"