Das Sowjetische Speziallager Sachsenhausen Nr. 7/ Nr. 1 (1945-1950)

Leben und Sterben im Lager

Im Speziallager herrschen Hunger und Kälte. Die mangelhaften hygienischen und sanitären Verhältnisse sowie die unzureichende Ernährung führten zu Krankheiten und Epidemien. In der Regel waren die Baracken überbelegt, und die Häftlinge mussten in der Regel auf den blanken Holzgestellen schlafen, bis die sowjetische Lagerverwaltung Ende 1947 Decken und Strohsäcke ausgab. Der Besitz von persönlichen Gegenständen, insbesondere Büchern und Schreibmaterial, war strikt untersagt. Verstöße gegen die strenge und den Häftlingen zumeist unbekannte Lagerordnung wurde vom sowjetischen Wachpersonal und den deutschen Funktionshäftlingen mit schweren Strafen geahndet.

Speziallager waren im Unterschied zu den Lagern in der Sowjetunion keine Arbeitslager. Die Häftlinge litten vielmehr unter der erzwungenen Untätigkeit. Deswegen galt die Zuteilung zu einem der wenigen Arbeitskommandos, die der Selbstversorgung des Lagers dienten, als Privileg.

Als Folge der Haftbedingungen, von Krankheiten und der chronischen Unterernährung starben insgesamt mindestens 12 000 Häftlinge des Speziallagers in Sachsenhausen. Zu Massensterben kam es in den strengen Wintern 1945/46 und 1946/47, als die ohnehin unzureichenden Lebensmittelrationen noch einmal auf die Hälfte gekürzt worden waren. Die Toten wurden unbekleidet und ohne Identifikationsmerkmale im Umfeld des Lagers in Massengräbern verscharrt.

Weitere Informationen:

Sowjetisches Speziallager Sachsenhausen
Vorgeschichte
Errichtung des Speziallagers Nr. 7 / Nr. 1
Multifunktionalität des Lagers
Entlassungen und Auflösung
Internierte und Verurteilte
Leben und Sterben im Lager
Ende des Schweigens
Museum "Sowjetisches Speziallager"