Die politischen Häftlinge des Konzentrationslagers Oranienburg

Konzentrationslager bei Celle. Im April 1943 offiziell als »Aufenthaltslager« für Personen, die gegen deutsche Staatsbürger in alliierten Ländern ausgetauscht werden sollten, eingerichtet. In den folgenden 18 Monaten entstanden fünf voneinander unabhängige Nebenlager: das »Häftlingslager« für die ersten 500 Gefangenen, die zum Bau des Lagers herangezogen wurden, das »Sonderlager« für Juden, die aus Polen deportiert worden waren und Papiere verschiedener, meist südamerikanischer Länder besaßen, das »Neutralenlager« für Juden, die Staatsbürger neutraler Länder waren, das »Sternlager« für Juden, die zum Austausch vorgesehen waren (so genannte »Austauschjuden«) sowie das »Ungarnlager« für Juden aus Ungarn. Ab März 1944 wurden nach Bergen-Belsen vorwiegend als »arbeitsunfähig« klassifizierte Gefangene aus anderen KZ überstellt. In einem Teil des Lagers wurde im August 1944 ein Frauenlager errichtet. Kurz vor der Befreiung »evakuierte« die SS das Lager. Truppen der Britischen Armee befreiten das Lager am 15. April 1945. Unter den Häftlingen brach eine Typhusepidemie aus, die viele nicht überlebten; die britische Armee brannte große Teile des Lagers nieder. Später war Bergen-Belsen Lager für Displaced Persons, DP-Camp.*

Impressum

* Mit dankenswerter Genehmigung durch die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten entnommen aus: Gegen das Vergessen. Häftlingsalltag im KZ Sachsenhausen 1936-1945, CD-ROM, Systema 2004.