Die politischen Häftlinge des Konzentrationslagers Oranienburg

Dachau KZ – in Dachau, nordwestlich von München gelegen, fand sich eines der ersten nationalsozialistischen Konzentrationslager. Es unterstand Heinrich Himmler, dem Polizeipräsidenten von München und Reichsführer der SS. Am 22. März 1933 kam der erste Transport so genannter »Schutzhäftlinge«, hauptsächlich Kommunisten und Sozialdemokraten, in das Lager. Theodor Eicke (1892-1943), ab Sommer 1933 Kommandant des Lagers, entwickelte hier die Grundzüge des Konzentrationslagersystems, deren Umsetzung er später als Chef der Inspektion der Konzentrationslager (IKL) von Sachsenhausen aus für alle ab 1936 errichteten KZ verordnete. In Dachau wurden Häftlinge von SS-Ärzten für »medizinische Experimente« missbraucht. Ab September 1941 begannen die systematisch vorbereiteten Massenmorde an Kranken und Arbeitsunfähigen. Zwischen Oktober 1941 und April 1942 wurden sowjetische Kriegsgefangene auf einem Platz außerhalb des Lagers bei Massenerschießungen ermordet. Am 26. April 1945 wurden Tausende von Häftlingen auf Marsch nach Süden gesetzt. Anfang Mai 1945 befreiten amerikanische Truppen die einzelnen Marschkolonnen und am 29. April 1945 das Lager.*

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* Mit dankenswerter Genehmigung durch die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten entnommen aus: Gegen das Vergessen. Häftlingsalltag im KZ Sachsenhausen 1936-1945, CD-ROM, Systema 2004.