Die politischen Häftlinge des Konzentrationslagers Oranienburg

Ghetto – von anderen Stadtteilen isolierter Bereich, in dem ausschließlich Juden wohnten. 1516 waren in Venedig Juden gezwungen worden, sich in Geto Nuovo, einem abgeschlossenen Viertel, zu ihrem Schutz anzusiedeln. Die Ghettos, die die Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkrieges einrichteten, waren für die meisten Bewohner eine Durchgangsstation auf dem Weg in die Vernichtungslager. Sie wurden wie im KZ interniert; die Regeln für das Leben im Ghetto bestimmte das NS-Regime. Es war untersagt, bestimmte Bezirke aufzusuchen, abends durfte das Ghetto nicht verlassen werden. Da die Ghettos streng von den anderen Stadtteilen abgetrennt waren und ständig unter Aufsicht der SS standen, war es mit größten Schwierigkeiten verbunden, Nahrungsmittel, Medikamente und weitere überlebenswichtige Dinge ins Ghetto zu schmuggeln. Der Lebens- und Wohnraum im Ghetto war auf Grund der Bevölkerungsdichte äußerst eingeschränkt, es mangelte an sanitären Anlagen und medizinischer Versorgung, so dass häufig Seuchen ausbrachen. In Warschau entstand das größte Ghetto Europas (Warschauer Ghetto). Die Mehrzahl der Bewohner der Ghettos wurde in Vernichtungslager deportiert und ermordet.*

Impressum

* Mit dankenswerter Genehmigung durch die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten entnommen aus: Gegen das Vergessen. Häftlingsalltag im KZ Sachsenhausen 1936-1945, CD-ROM, Systema 2004.