Die politischen Häftlinge des Konzentrationslagers Oranienburg

Konzentrationslager am Rande von Hamburg, anfangs Außenkommando des KZ Sachsenhausen. Die ersten Häftlinge wurden im Dezember 1938 zum Aufbau des Lagers überstellt und in einem stillgelegten Klinkerwerk untergebracht. Im April 1940 wurde das Lager erweitert. Ab Juni 1940 führte die SS Neuengamme als eigenständiges KZ. Die größte nationale Häftlingsgruppe bildeten die ab Herbst 1941 in das Lager deportierten sowjetischen Staatsbürger, darunter viele Kriegsgefangene. Die Häftlinge wurden in Außenlagern (1945 existierten 70 Nebenlager) zur Zwangsarbeit, unter anderem in der Rüstungsproduktion, eingesetzt. Schätzungsweise wurden insgesamt bis zu 106.000 Häftlinge nach Neuengamme überstellt. Davon starben mindestens 55.000. Das Stammlager wurde von Mitte bis Ende April 1945 »evakuiert«, nachdem zuvor bereits die meisten Außenkommandos geräumt worden waren.*

Impressum

* Mit dankenswerter Genehmigung durch die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten entnommen aus: Gegen das Vergessen. Häftlingsalltag im KZ Sachsenhausen 1936-1945, CD-ROM, Systema 2004.