Die politischen Häftlinge des Konzentrationslagers Oranienburg

Paragraph aus dem ab 1871 geltenden Strafgesetzbuch, der Homosexualität als »widernatürliche Unzucht« bezeichnete und die Grundlage für die strafrechtliche Verfolgung Homosexueller bildete. Die NSDAP bediente sich des Paragraphen, dessen Bestimmungen sie 1935 verschärfte, und verurteilte Homosexualität bei Männern und Frauen als krankhafte Abweichung vom normalen Sexualverhalten, die die Stärke des Volkes und der »Rasse« beeinträchtige. Unmittelbar nach der Machtergreifung war mit einer »Säuberungsaktion« gegen homosexuelle Männer deren systematische Verfolgung aufgenommen worden. Auf Betreiben Heinrich Himmlers wurde im Oktober 1936 die »Reichszentrale zur Bekämpfung der Homosexuellen und Abtreibung« eingerichtet. Zwischen 5.000 bis 15.000 Homosexuelle waren in Konzentrationslagern festgesetzt. Zur Kennzeichnung mussten sie einen rosa Winkel tragen. Unter der NS-Herrschaft wurden etwa 50 000 Männer wegen Vergehens gegen den §175 von Gerichten verurteilt.*

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* Mit dankenswerter Genehmigung durch die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten entnommen aus: Gegen das Vergessen. Häftlingsalltag im KZ Sachsenhausen 1936-1945, CD-ROM, Systema 2004.