Die politischen Häftlinge des Konzentrationslagers Oranienburg

Größtes Frauenkonzentrationslager nahe Fürstenberg/Havel, am 15. Mai 1939 eingerichtet, mit 45 Außenkommandos. Im April 1941 wurden das »Männerlager«, als Nebenlager des KZ Sachsenhausen, und im Juni 1942 das »Jugendschutzlager Uckermark« angeschlossen. Bis Anfang Februar 1945 durchliefen mehr als 107.000 Frauen aus allen von der Wehrmacht besetzten Ländern Europas das Lager. Die Todesrate der Häftlinge war auf Grund des unmenschlichen Verhaltens der Aufseherinnen, der »Euthanasieaktion« ab 1942 sowie weiterer Tötungsformen sehr hoch. Ab 1942 wurden medizinische Experimente, unter anderem Zwangssterilisationen, an Häftlingen durchgeführt. Anfang 1945 wurde eine Gaskammer neben dem Krematorium, das bereits im April 1943 errichtet worden war, installiert. Zwischen 1942 und 1943 war Ravensbrück zugleich Ausbildungsstätte für Aufseherinnen der SS. Am 23. April 1945 wurden – mit Beginn der »Evakuierung« von Teilen des Lagers – 24.500 Gefangene nach Mecklenburg überstellt. Anfang April 1945 übergab man dem schwedischen und dänischen Roten Kreuz 500 Frauen und entließ 2.500 Deutsche in die Freiheit. Nach der »Evakuierung« wurden auf dem Gelände des Lagers kranke und marschunfähige Häftlinge zurückgelassen, die von sowjetischen Truppen am 29. und 30. April 1945 befreit wurden.*

Impressum

* Mit dankenswerter Genehmigung durch die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten entnommen aus: Gegen das Vergessen. Häftlingsalltag im KZ Sachsenhausen 1936-1945, CD-ROM, Systema 2004.