Die politischen Häftlinge des Konzentrationslagers Oranienburg

Sorge, Gustav – SS-Hauptführer, trat 1931 der NSDAP und der SS bei. 1934 wurde er zum Wachkommando des KZ Esterwegen einberufen, 1936 zum Unterscharführer befördert. Ab 1938 war er Blockführer im KZ Sachsenhausen. Nach der Beförderung zum Rapportführer wurde er 1941 Erster Lagerführer im Außenlager Berlin-Lichterfelde. 1943 war er für die Organisation der Häftlingseinsätze im KZ Herzogenbusch zuständig. 1944 erfolgte seine Rückversetzung nach Sachsenhausen. Im März 1946 verhaftete ihn die britische Militärpolizei und übergab ihn der sowjetischen Militärpolizei. Das sowjetische Militärtribunal in Berlin-Pankow verurteilte ihn am 1. November 1947 wegen der an Häftlingen im KZ Sachsenhausen begangenen Verbrechen zu lebenslänglicher Haft mit Zwangsarbeit. Zur Strafverbüßung wurde Sorge ins Straflager Workuta in Sibirien überführt. 1956 wurde er den deutschen Behörden übergeben und am 6. Februar 1959 vom Schwurgericht beim Landgericht in Bonn wegen Mordes in 67 Fällen, versuchten Mordes in 20 Fällen, die er jeweils teilweise gemeinschaftlich beging, sowie Anstiftung und Beihilfe zu Mord und Totschlag zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt.*

Impressum

* Mit dankenswerter Genehmigung durch die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten entnommen aus: Gegen das Vergessen. Häftlingsalltag im KZ Sachsenhausen 1936-1945, CD-ROM, Systema 2004.