Die politischen Häftlinge des Konzentrationslagers Oranienburg

Theresienstadt – (tschech. Ort Terezin, Ende des 18. Jahrhunderts nach der Kaiserin Maria Theresia benannt), Konzentrationslager im Nordwesten der Tschechoslowakei. Die Nationalsozialisten richteten in der Stadt ein ghettoähnliches Lager ein, in das ab November 1941 Juden aus dem Protektorat Böhmen und Mähren, aus Deutschland, Mittel- und Westeuropa – insgesamt 140.000 Personen – überstellt und von dort weiter in Vernichtungslager deportiert wurden. Die schlechten Verhältnisse im Ghetto – engste Wohnverhältnisse, fehlende sanitäre Einrichtungen und unzureichende medizinische Versorgung sowie Mangel an Nahrungsmitteln – forderten zahlreiche Todesopfer. Kurz vor Kriegsende gelang es dem Internationalen Roten Kreuz, einige Ghettobewohner in neutrale Länder zu bringen. Ende April 1945 überstellte die SS Tausende Häftlinge aus verschiedenen Konzentrationslagern nach Theresienstadt. Am 3. Mai 1945 erfolgte die Übergabe des Lagers an einen Vertreter des Roten Kreuzes, am 8. Mai 1945 die Befreiung des Lagers durch die sowjetische Armee. Von insgesamt etwa 150.000 Männern, Frauen und Kindern kamen mehr als 33.000 ums Leben. 88.000 wurden in Vernichtungslager deportiert, die nur 3.000 überlebten.*

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* Mit dankenswerter Genehmigung durch die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten entnommen aus: Gegen das Vergessen. Häftlingsalltag im KZ Sachsenhausen 1936-1945, CD-ROM, Systema 2004.