Die politischen Häftlinge des Konzentrationslagers Oranienburg

Der VVN wurde am 22./23. Februar 1947 im Haus der deutschen Zentralverwaltung in Berlin gegründet. Direkt nach dem Krieg gab es ein vielfältiges Hilfsangebot für rückkehrende Gefangene aus den KZ von Sozialisten, Kommunisten und Geistlichen. Entstanden aus dem »Komitee freies Deutschland« in Leipzig.

Der Hauptvorsatz aller war: »Nie wieder Krieg!« und um dies zu verhindern, gründeten sie eine politische Organisation, die Vereinigung der Verfolgten der Nationalsozialisten (VVN). Sie wollten Brücken schlagen zwischen den einzelnen Besatzungszonen und einen antifaschistischen, demokratischen Neuanfang in Deutschland fördern. Im Gründungskonsens nimmt die Überparteilichkeit, die Verpflichtung zur Kameradschaftlichkeit und Toleranz einen hohen Stellenwert ein. Sie forderten auf zur restlosen Aufklärung der Verbrechen und Verurteilung der Schuldigen des nationalsozialistischen Terrors. Die Erforschung des deutschen Widerstandes und die Vertretung der wirtschaftlichen Interessen der Verfolgten wird im Konsens festgelegt. Karl Raddatz war der erste Generalsekretär des VVN in der SBZ. In der Zeit von 1948-1952 konnten drei Hauptkonferenzen veranstaltet werden. Die Säuberungswellen der Stalininisierung in der SED 1949/50 warfen dem VVN Agententätigkeit vor, gleichzeitig gab es eine steigende antisemitische Tendenz in der DDR. Am 15. Januar 1953 wurde die Auflösung des VVN ohne deren Anhörung beschlossen. Die Mitglieder des VVN kämpfen bis heute um ihre Anerkennung als Verfolgte des Naziregimes und deren Entschädigung.*

Impressum

* Mit dankenswerter Genehmigung durch die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten entnommen aus: Gegen das Vergessen. Häftlingsalltag im KZ Sachsenhausen 1936-1945, CD-ROM, Systema 2004.