Die politischen Häftlinge des Konzentrationslagers Oranienburg

Vorbeugende Verbrechensbekämpfung – »Vorbeugungshaft«, die von der Kriminalpolizei verhängt werden konnte. Sie griff (wie die Schutzhaft ) als Instrument der Verbrechensbekämpfung tief in den Zuständigkeitsbereich der Justiz ein. Bereits mit dem geheimen preußischen Erlass vom 13. November 1933 war im Hinblick auf die Reichstagsbrandverordnung »vorbeugende Polizeihaft gegen die Berufsverbrecher« angeordnet worden. Wichtigste Grundlage für die Verbrechensbekämpfung bildete der Erlass über die »Verbrechensbekämpfung durch die Polizei« vom 14. Dezember 1937, der – unter Ausschaltung der Gerichte – die Ermächtigung der Kriminalpolizei zur Vorbeugungshaft (d.h. zur KZ-Einlieferung) von »Berufs- und Gewohnheitsverbrechern« und jedem, der »durch sein asoziales Verhalten die Allgemeinheit gefährdet«, erweiterte. Die Kriminalpolizei konnte nun auch für nicht vorbestrafte Betroffene »Vorbeugungshaft« anordnen. Ab Frühjahr 1938 wurde die »Vorbeugungshaft« auch zum Zweck der Arbeitskraftbeschaffung verhängt.*

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* Mit dankenswerter Genehmigung durch die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten entnommen aus: Gegen das Vergessen. Häftlingsalltag im KZ Sachsenhausen 1936-1945, CD-ROM, Systema 2004.