„Ich vermag nicht die genaue Zahl der Toten anzugeben, die ihr Leben an den Folgen der ihnen im Zimmer 16 zuteil gewordenen ‚Vernehmung‘ ausgehaucht haben (...).
(...)
Die Vernehmungen in Zimmer 16 waren nicht nur mit Mißhandlungen entsetzlichster Schärfe und Dauer verbunden, um bestimmte Aussagen, z.B. nach dem Verbleib von Waffen usw., zu erzwingen, sondern die Vernehmungen waren darüber hinaus oft nur der Vorwand zu Mißhandlungen. Wie die Antwort auf die Fragen auch lautete – es hagelte Schläge.“
Zitate aus: Seger, Gerhart: Oranienburg. Erster authentischer Bericht eines aus dem Konzentrationslager Geflüchteten. Karlsbad 1934 (Volltext).
In dem bei den Häftlingen berüchtigten „Zimmer 16“ des KZ Oranienburg befand sich ein Büro der politischen Abteilung. Dort führten die Angehörigen der Kommandantur die Vernehmungen durch. Insbesondere Hans Stahlkopf, zeitweiliger Leiter der Vernehmungsabteilung, war bei den Häftlingen gefürchtet.
Zu jenen, die schwere Folterungen ertragen mussten, zählte der anarchistische Schriftsteller Erich Mühsam, der in den letzten Tagen des Bestehens des KZ Oranienburg von SS-Männern, die die Leitung des Lagers übernommen hatten, ermordet wurde. Mehr erfahren…