Die politischen Häftlinge des Konzentrationslagers Oranienburg

Wehrkraftzersetzung – Paragraph 5 der »Kriegssonderstrafrechtsverordnung« (am 17. August 1938 eingeführt) legte Vergehen fest, für die die Todesstrafe, in leichteren Fällen Zuchthaus oder Gefängnis verhängt werden konnte. Hierzu zählten »Wehrdienstentziehung, Selbstverstümmelung, Anstiftung zur Fahnenflucht, öffentliche Aufforderung zur Verweigerung der Dienstpflicht in der Wehrmacht oder zu Tätlichkeiten gegenüber Vorgesetzten«. Neben der Verhängung von Todes- bzw. der Zuchthausstrafen war die Einziehung des Vermögens der Verurteilten zulässig. Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde der Paragraph 5 der »Kriegssonderstrafrechtsverordnung« um den Straftatbestand der »Wehrkraftzersetzung« erweitert. Mit Zuchthaus konnte nun auch bestraft werden, wer privaten Umgang mit Kriegsgefangenen pflegte. Für die Verhandlung von Verbrechen der »Wehrkraftzersetzung« waren zunächst Sondergerichte zuständig; Anfang 1943 ging die Zuständigkeit auf den Volksgerichtshof über, der leichtere Fälle an die Oberlandesgerichte abgeben konnte. Der Volksgerichtshof verhängte in der Regel die Todesstrafe.*

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* Mit dankenswerter Genehmigung durch die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten entnommen aus: Gegen das Vergessen. Häftlingsalltag im KZ Sachsenhausen 1936-1945, CD-ROM, Systema 2004.