Die politischen Häftlinge des Konzentrationslagers Oranienburg

Zeugen Jehovas – von den Nationalsozialisten 1933 verbotene Bibelforscher-Vereinigung, die Ende des 19. Jahrhunderts aus den USA nach Europa kam und nach dem Ersten Weltkrieg beachtliche Ausbreitung fand. Die Zeugen Jehovas wurden verfolgt, weil sie Eidesleistung, Wehrdienst und Hitlergruss verweigerten und jede staatliche Institution ablehnten. Zwischen 1936 und 1937 kam es zur größten Verhaftungswelle. Nach Verordnung des Reichsministers des Innern im Juni 1937 wurden die Zeugen Jehovas nach ihrer Verhaftung durch die Gestapo in die KZ eingewiesen. In der Regel blieben sie – in geduldiger Erwartung des Weltuntergangs – konsequente Anhänger ihrer Anschauungen. Die »Bibelforscher« bildeten im Lager eine homogene Häftlingsgruppe, die sich gegenseitig unterstützte und anderen Häftlingen durch Ordnung, Sauberkeit und Disziplin in den von ihnen bewohnten Baracken auffiel.*

Impressum

* Mit dankenswerter Genehmigung durch die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten entnommen aus: Gegen das Vergessen. Häftlingsalltag im KZ Sachsenhausen 1936-1945, CD-ROM, Systema 2004.