Die politischen Häftlinge des Konzentrationslagers Oranienburg

Die NS-Ideologie griff schon früh in die medizinische Praxis ein. Mit dem »Gesetz zu Verhütung erbkranken Nachwuchses« vom 14. Juli 1933, wurde eine Fortpflanzung von Personen mit Erbschäden verboten. 1935 regelte das Erbgesundheitsgesetz noch einmal den »Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre«. Mit diesen Gesetzen legitimierten die Mediziner über 360.000 Zwangssterilisationen. Anfangs wurden nur Personen mit »Erbschäden«, später auch Menschen mit Epilepsie, Schizophrenie, Manisch-Depressiven aber auch »Asoziale« und Sinti und Roma zwangssterilisiert. Die Verantwortlichkeit lag immer bei den Ärzten. Diese diagnostizierten die Krankheit und führten die Sterilisationen mittels einer Injektion von verätzenden Flüssigkeiten in die Gebärmutter durch. Die Methode ist äußerst schmerzhaft und brutal und wurde hauptsächlich bei Jüdinnen und Sintifrauen durchgeführt.*

Impressum

* Mit dankenswerter Genehmigung durch die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten entnommen aus: Gegen das Vergessen. Häftlingsalltag im KZ Sachsenhausen 1936-1945, CD-ROM, Systema 2004.