Die politischen Häftlinge des Konzentrationslagers Oranienburg
16. August 1885 - ?

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Dr. Carl Lazar, Arzt aus Berlin, arbeitete im Ersten Weltkrieg im Reserve-Lazarett in Oranienburg als Sanitätsoffizier und Kriegsassistenzarzt. 1933 fing er im Konzentrationslager Oranienburg als Sanitätsarzt an und wurde später zum Sturmbannarzt befördert. Er wurde in vielen Erlebnisberichten politischer Häftlinge des KZs negativ erwähnt.

Von Jana Rahmlow

Dr. Carl Lazar
Lagerarzt

Familiärer Hintergrund (1885-1915)

Carl (Julius, Adalbert, Georg) Lazar wurde am 16. August 1885 in Berlin- Steglitz geboren. Der Sohn von Adalbert Lazar, am 31. Januar 1852 in Cosel geboren und Florentine Giese, am 11. August 1865 in Berlin geboren, wurde römisch-katholisch getauft. Über seine Kindheit und Schulzeit ist nichts bekannt. Ab 1908 gehörte er der Studentenverbindung „Corps Vandalia Kösener SS Verband“ an.

Kriegsdienst und Arbeitszeit (1914-1933)

Am 1. September 1914 erhielt Lazar seine Approbation als Arzt. Fünf Tage später wurde er zum Kriegsdienst eingezogen und arbeitete bis zum 16. November 1916 im Reserve-Lazarett in Oranienburg. Bereits am 1. Oktober 1914 heiratete er seine erste Ehefrau Ellen Perl, verw. Schulz, mit der er zwei Töchter hatte. Ingeborg und Christel kamen 1915 und 1916 zur Welt. Lazar promovierte am 20. November 1915 in Berlin. Er arbeitete allerdings, wie bereits erwähnt, noch ein weiteres Jahr in Oranienburg, bevor er im November 1916 zum Felddienst wechselte, um ein Jahr lang eine Minenwerferschule der 1. Armee zu absolvieren. Danach ging Lazar zurück nach Oranienburg und blieb im Reserve-Lazarett als Kriegsassistenzarzt bis zum Januar 1919.

Politisch bewegte sich Lazar einige Monate im linksliberalen Spektrum und gehörte 1919 der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) an. Zwei Jahre später trat er für ein Jahr der Deutschen Volkspartei (DVP) bei. Am 1. März 1933 wurde Lazar Mitglied der Nationalsozialistische Arbeiterpartei Deutschlands (NSDAP). Er bekam die Mitgliednummer 1499987. Bereits einen Monat zuvor, am 13. Februar 1933, war er der Sturmabteilung Einheit II/208 in Oranienburg beigetreten.

Im Konzentrationslager Oranienburg (1933-1934)

Lazar arbeitete ab dem 13. Februar 1933 als Arzt für die SA im Konzentrationslager Oranienburg und wurde danach gemäß Führerbefehl Nr. 15 zum Sturmbannarzt befördert. Er blieb bis zum 9. Februar 1934 in Oranienburg Dienststelle II/208. Danach wechselte er nach Berlin. Lazar wurde von vielen Häftlingen Oranienburgs in Berichten über ihre Zeit im KZ negativ erwähnt.

Nach Schließung des Konzentrationslagers (1934-1943)

Bis Ende März 1936 blieb Lazar als Arzt des Stabes der Einheit 64 in Berlin beschäftigt und wechselte danach nach Bernau. Dort wurde er am 1. November 1936 zum ersten Arzt des Stabes 207 befördert. Im April 1937 ging Lazar zurück nach Berlin und betreute dort die Brigade 26 als erster Arzt. 1938 wurde er nochmals zum Sanitäter-Obersturmbannführer befördert und 1942 zum Standartenführer. Er hatte seine letzte bekannte Arbeitstätte bei der Gruppe Oder, zu der er am 26. Juni 1942 versetzt wurde. Dort war er schlussendlich dritter Arzt der Gruppe. Diesen Posten hatte er am 30. Juni 1943 durch Befehl Nr. 69 erhalten.

Der weitere Lebensweg ließ sich nicht ermitteln.

Quelle:
Bundesarchiv: Akte/SA 4000002673, Standort 51, Bundesarchiv 866, Lauter-Lazarus, Personalfragebogen 6170.

Soziale/Regionale Herkunft:

Ausbildung/Berufstätigkeit:

Mitgliedschaft und Funktionen in der Gewerkschaftsbewegung:

Parteizugehörigkeit/-funktionen, politische Vorfeldorganisationen:

Politische Mandate/Aktivitäten:

Widerstandsaktivitäten:

Haft in Konzentrationslagern/ Zuchthäusern/Gefängnissen:

Politisches und gewerkschaftliches Engagement nach 1945:

Erinnerungskultur/Ehrungen:

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