„Der Zahlungsverkehr der Gefangenen mit der Kantine findet durch Lagergeld statt, das Anfang Juli eingeführt wurde. Die Entwürfe dazu mußte ein Gefangener, ein Graphiker aus Rathenow, machen, und es wurde bei der Reichsdruckerei gedruckt.”
(...)
„Als die Verfügung über die Einführung des Lagergeldes getroffen und damit bestimmt wurde, daß alle Gefangenen das noch in ihren Händen befindliche Bargeld abzuliefern hätten, wurde von sämtlichem Geldbesitz der Gefangenen (...) je 30 Prozent für das Lager einbehalten, also auf deutsch gestohlen.”
Zitate aus: Seger, Gerhart: Oranienburg. Erster authentischer Bericht eines aus dem Konzentrationslager Geflüchteten. Karlsbad 1934 (Volltext).
Geldumtausch und Zwangsabgabe beleuchten eine weitere Dimension des Lagers: Das KZ Oranienburg war nicht nur Ort des Terrors, sondern auch ein wirtschaftlicher Faktor, Mittel der Ausbeutung, Gelegenheit zur ganz persönlichen Bereicherung einzelner SA-Männer. Sei es wegen Untreue oder schlechter Wirtschaftsführung – als das Konzentrationslagers 1934 geschlossen wurde, blieb ein Schuldenberg. Mehr erfahren…