Die politischen Häftlinge des Konzentrationslagers Oranienburg

Das KZ Oranienburg befand sich mitten im Zentrum der Stadt. Von Passanten und Anwohnern konnte es leicht eingesehen werden. Das „KZ in der Stadt“ wurde ausländischen Journalisten vorgeführt, Filme wurden gedreht und Radiosendungen im Lager produziert.

Unter den Häftlingen befanden sich viele prominente Repräsentanten der Weimarer Republik. Zu ihnen gehörten auch zahlreiche Abgeordnete des Reichstages, des preußischen Landtages oder anderer Parlamente. Die prominenten Häftlinge mussten alte Wahlplakate abkratzen, die Latrinen leeren, den KZ-Hof kehren und die Straßen Oranienburgs säubern. Von SA-Männern und vielen Zuschauern wurden sie dabei gedemütigt und verlacht. Gerne führte die KZ-Verwaltung die prominenten Häftlinge bei Besichtigungen den Besuchern vor.

Ein besonders schweres Schicksal erlitt der Fraktionsführer der SPD im preußischen Landtag, Ernst Heilmann. Wegen seiner jüdischen Abstammung musste er in der sogenannten Judenkompanie besonders niedrige Arbeiten verrichten. Sie SA ließ ihn in einer Hundehütte schlafen und zwang ihn dazu, Bäume hoch zu klettern.

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* Mit dankenswerter Genehmigung durch die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten entnommen aus: Gegen das Vergessen. Häftlingsalltag im KZ Sachsenhausen 1936-1945, CD-ROM, Systema 2004.