Die politischen Häftlinge des Konzentrationslagers Oranienburg

Nach Ende des Ersten Weltkriegs kam es zu einer Neuformierung der Parteien des rechten Lagers. Am 24. November 1918 unterzeichneten sechs Parteien den Aufruf zur Gründung einer neuen Rechtspartei. Nach Streitigkeiten über den Namen und die Zielsetzung einigte man sich schließlich auf „Deutschnationale Volkspartei (DNVP)“. Die DNVP vertrat die politischen und wirtschaftlichen Interessen der Eliten des Kaiserreichs und hatte starken Rückhalt in Kirche, bei Industrie- und Handelsvertretern sowie bei militanten Vaterländischen Verbänden und Teilen der Bauernschaft. Die Partei sah sich als Verlierer der Revolution von 1918/19 und stellte sich gegen das neue demokratische System der Weimarer Republik, was auch ihre Programmatik prägte, die von Nationalismus, Antisemitismus sowie kaiserlich-monarchischem Konservatismus gezeichnet war. Ab Mitte der 1920er Jahre beteiligte sich die DNVP zunehmend an Regierungen auf Reichs- und Länderebene und wurde 1924 sogar stärkste Fraktion im Reichstag. Nach der Wahlniederlage von 1928 und dem Aufstieg des Verlegers Alfred Hugenberg zum Parteivorsitzenden orientierte sich die DNVP jedoch wieder deutlich stärker nach rechts. Verstärkte Zusammenarbeit mit der NSDAP verhalf den Nazis zum Aufstieg, wohingegen die DNVP immer mehr an Bedeutung verlor. Ab 1931 arbeitet die DNVP in der Harzburger Front mit der NSDAP zusammen und trat im Juni 1933, unter Druck der Nazis, größtenteils zur NSDAP über.

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* Mit dankenswerter Genehmigung durch die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten entnommen aus: Gegen das Vergessen. Häftlingsalltag im KZ Sachsenhausen 1936-1945, CD-ROM, Systema 2004.