Die politischen Häftlinge des Konzentrationslagers Oranienburg

Die ersten Gruppen der Freien Deutschen Jugend (FDJ) entstanden ab 1936 im Exil, wo sie ihre Aufgabe in der Unterstützung von jungen Emigranten sahen. Nachdem viele der Aktivisten nach 1945 wieder nach Deutschland zurückgekehrt waren, lösten sich die Auslandsgruppen auf. Am 7. März 1947 wurde die FDJ offiziell im sowjetisch besetzten Teil Deutschlands gegründet. In den Westzonen entstanden zunächst auch FDJ-Gruppen, die 1951 verboten wurden. Die äußere Erscheinung der Auslandsgruppen wurde zwar größtenteils übernommen, man verstand sich jedoch nicht als offizieller Rechtsnachfolger, sondern zunächst als überparteiliche Organisation. Die FDJ entwickelte sich im Ostsektor zur Jugendorganisation der SED und versuchte der Jugend Marxismus und Leninismus näher zu bringen sowie sie antiimperialistisch und im Sinne des Staates zu erziehen. Sie übernahm zusätzlich einen Großteil der Freizeitbetreuung. Die FDJ wurde schnell zu einem Teil eines parallelen Bildungssystems und wuchs zu einer sozialistischen Massenorganisation heran, die nach dem Prinzip des „demokratischen Zentralismus“ organisiert war. Sie stellte die einzige in der DDR staatlich anerkannte und geförderte Jugendorganisation dar.

Impressum

* Mit dankenswerter Genehmigung durch die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten entnommen aus: Gegen das Vergessen. Häftlingsalltag im KZ Sachsenhausen 1936-1945, CD-ROM, Systema 2004.