Die politischen Häftlinge des Konzentrationslagers Oranienburg

Die 1904 in der Provinz Posen eingerichtete „Irrenanstalt“ Meseritz/Obrawalde wurde im Oktober 1938 zu einer offiziellen Heilanstalt im Sinne des NS. Auf Geheiß des pommerschen Oberpräsidenten Franz Schwede-Coburg wurde im November 1941 der Nicht-Mediziner Walter Grabowski als Leiter eingesetzt und M/O ab 1942, nach Beendigung der „Aktion T4“, in eine „Stätte systematischer Krankenmorde“ (Thomas Beddies) transformiert. Aus allen Teilen des Dritten Reiches wurden PatientInnen eingeliefert, die nach der Ankunft gemäß ihrer Arbeitsfähigkeit selektiert wurden. Sie wurden vorzugsweise durch Injektionen oder orales Verabreichen von überdosierten Medikamenten ermordet. Als offizielle Todesursachen wurden zumeist Gehirnschlag, Herz- oder Altersschwäche, Erschöpfung und Entzündungen angegeben. Bis zum Jahr 1945 starben in M/O mindestens 18 000 Menschen.

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* Mit dankenswerter Genehmigung durch die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten entnommen aus: Gegen das Vergessen. Häftlingsalltag im KZ Sachsenhausen 1936-1945, CD-ROM, Systema 2004.