Die politischen Häftlinge des Konzentrationslagers Oranienburg

Ende Mai 1933 wurde im Schloss Lichtenburg (bei Prettin, Kreis Torgau) ein „Sammellager“ für „staatsfeindliche Elemente“ errichtet, das durch zweihundert Polizisten unter SS-Kommando geführt wurde. Das KZ Lichtenburg wurde ein Jahr nach seiner Errichtung dem Inspekteur der Konzentrationslager und damit direkter SS-Herrschaft unterstellt. Es gilt neben Dachau als eines der ersten KZ, nach deren Beispiel das KZ–System aufgebaut wurde.
Während 1933 etwa 1600 Gefangene in der Lichtenburg inhaftiert waren, sank deren Zahl 1934 auf etwa 500 und stieg 1937 auf mehr als 1200 Personen an. Nachdem im Sommer des Jahres 1937 die Häftlinge in das KZ Buchenwald verlegt worden waren, diente das KZ Lichtenburg ab Dezember des Jahres als Frauen-KZ (anstelle des aufgelösten Frauen-KZ Moringen, aus dem 600 Häftlinge übernommen wurden). Ab dem 15. Mai 1939 wurden die Insassen des KZ Lichtenburg nach Ravensbrück verlegt, das als Frauen-KZ neu errichtet worden war.
Danach diente die Lichtenburg als Bekleidungslager sowie als Räumlichkeit für ein Hauptzeugamt der Waffen-SS. Ab 1941 wurden Häftlinge des KZ Sachsenhausen in der Lichtenburg als Arbeitskräfte innerhalb eines Außenkommandos eingesetzt.

Impressum

* Mit dankenswerter Genehmigung durch die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten entnommen aus: Gegen das Vergessen. Häftlingsalltag im KZ Sachsenhausen 1936-1945, CD-ROM, Systema 2004.