Die politischen Häftlinge des Konzentrationslagers Oranienburg
3. Mai 1888 – 3. Januar 1978

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Alfred Braun Anfang der 1930er Jahre. Quelle: Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv.

Alfred Braun Anfang der 1930er Jahre. Quelle: Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv.

Der Berliner Schauspieler Alfred Braun wurde in den 1920er Jahren zum Pionier des neuen Mediums Rundfunk in der Weimarer Republik. Als dessen Protagonist kam er 1933 für sechs Wochen ins KZ Oranienburg. Nach seiner Emigration in die Schweiz und die Türkei kehrte er 1939 nach Deutschland zurück und war in der Filmindustrie tätig, unter anderem für den NS-Propagandafilm „Jud Süß“. Nach dem Krieg arbeitete Braun als Regisseur und bis kurz vor seinem Tod beim Sender Freies Berlin.

Von Julia Pietsch

Vom Arbeitersohn zum Schauspieler: eine Berliner Karriere
Alfred Johann August Braun kam am 3. Mai 1888 als einziges Kind der Eheleute August Braun, eines Stellmachers und Wagenbauers, und Hulda Henriette Braun, geborene Koglin, zur Welt. Er wuchs in einem proletarischen evangelischen Elternhaus in Berlin, nahe dem Alexanderplatz, auf1. In späteren Erzählungen nannte er sich mehrmals den „Jungen vom Alexanderplatz“ oder den „Jungen vom Prenzlauer Berg2“. In diesen – ein wenig romantisierenden – Schilderungen präsentierte Braun sich als in Berlin umherstreifender Junge, der die große Stadt kennen und lieben lernte und eine starke Bindung zu ihr entwickelte. Dies geschah offenbar einerseits durch seine Arbeit als „Schusterjunge“, bei der er sich mit dem Austragen von Schuhwerk in Schöneberg neben der Schule ein wenig Geld dazu verdiente, andererseits aber auch durch verschiedene Ausflüge, die er machte. Besonders die Schulausflüge ins Theater und in die Philharmonie scheinen Braun beeindruckt zu haben und wurden zu Schlüsselerlebnissen, auch für seine spätere Berufswahl3.
Alfred Braun besuchte ab 1894 die Volksschule und später eine Privatschule, vermutlich ein Gymnasium4. Im Jahre 1902 bekam er ein Begabten-Stipendium der Stadt Berlin und damit die Möglichkeit, sich an einer Lehrerbildungsanstalt auf das Abitur vorzubereiten; anders als sein Vater, ein klassenbewusster Proletarier, ergriff Braun zunächst eine akademische Laufbahn. Er brach die Vorbereitungen zum Abitur jedoch bald ab und begann stattdessen vermutlich im Jahre 1905 eine Theaterausbildung an der Schule des berühmten Regisseurs Max Reinhardt, der Schauspielschule am Deutschen Theater5. Braun folgte mit diesem Schritt seiner Begeisterung für das Theater und seinem Wunsch, einmal Schauspieler zu werden.
Bereits mit 17 Jahren stand Alfred Braun zum ersten Mal als fest engagierter Schauspieler auf der Bühne. Das Berliner Schillertheater mit seinen beiden Häusern in Charlottenburg und in der Nähe des Alexanderplatzes hatte mit ihm einen Bühnenvertrag für fünf Jahre abgeschlossen; Braun spielte aber auch noch weitaus später, bis 1920, auf den Bühnen des Schillertheaters6. Auch in anderen Berliner Theatern präsentierte sich Braun bis 1923 als Schauspieler, aber zunehmend auch als Regisseur. Trotz seiner umstrittenen darstellerischen Leistung war der junge Künstler offenbar durchaus erfolgreich7.
Alfred Braun wurde Mitglied verschiedener Schauspieler- und Bühnen-Clubs und organisierte sich überdies gewerkschaftlich in der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger, in der er bereits 1908 ein Amt als Lokalverbandsobmann und Bezirksobmann von Berlin innehatte8. Er machte sich nach und nach einen Namen in der Berliner Theaterszene. Im Jahre 1915 begegnete Alfred Braun, wie er später berichtete, der deutschen Kaiserin9. Zu diesem Zeitpunkt war der Erste Weltkrieg bereits ausgebrochen; da sein Vater jedoch früh verstorben war, war Braun als einziger Ernährer seiner Mutter vom Kriegsdienst befreit10. So konnte er die Jahre 1914 bis 1918 in Berlin verbringen und seinem Beruf nachgehen. In diese Zeit fällt vermutlich auch die Begegnung mit Frieda Frank, ebenfalls Schauspielerin, die Alfred Braun im Jahre 1920 heiratete. Das Paar blieb mehrere Jahre kinderlos, bis schließlich 1928 – Braun war bereits 40 – die gemeinsame Tochter Henriette-Maria, genannt Etta, geboren wurde11.
Ab 1919 wandte sich Braun vermehrt dem aufstrebenden Medium Film zu und wirkte, nachdem er bereits 1912 in einem Kurzfilm debütiert hatte, in mehreren Produktionen mit. Der Film wurde zunehmend zum zweiten Standbein des Schauspielers. Doch es war ein anderes Medium, das Braun ab 1924 voll und ganz in Anspruch nahm und ihm zu unverhofftem Ruhm verhalf: Der Rundfunk.

Beim Berliner Rundfunk: Der Radiopionier Alfred Braun
Der Berliner Rundfunk, der sich ab 1924 Berliner Funk-Stunde AG nannte, war im Oktober 1923 erst auf Sendung gegangen. Das neue Medium befand sich in einem Experimentierstadium und benötigte fähige Mitarbeiter, die das Programm mitgestalteten. Alfred Braun betonte später immer wieder, nicht er sei zum Rundfunk gekommen, sondern der Rundfunk sei zu ihm gekommen: Braun hatte sich als evangelischer Christ 1923 einer altpreußischen Landesloge der Freimaurer angeschlossen12 und kannte von dort Friedrich Georg Knöpfke, seinerseits erster Rundfunkdirektor. Dieser schätzte Brauns rhetorische und schauspielerische Fähigkeiten und warb – zunächst vergeblich – um den Freund als Mitarbeiter im Rundfunk. Erst nach mehreren Absagen entschloss sich Braun, das relativ sichere Schauspielerleben aufzugeben und sich an dem neuen Medium zu versuchen13. Im Mai 1924 begann er zunächst als freier, dann als fest angestellter Mitarbeiter bei der Berliner Funkstunde. So wurde Alfred Braun einer der ersten Rundfunksprecher und -mitarbeiter und leistete entscheidende Pionierarbeit.
Braun wurde zunächst Leiter der Sendebühne – einem Programm, in dem Theaterstücke vertont und ausgestrahlt wurden und das schnell namhafte Dichter und Autoren anzog – und Sprecher des Rundfunks. Bekannt wurde seine Ansage „Achtung, Achtung, hier ist Berlin14“. Obwohl Braun die Tätigkeit als Ansager zunächst äußerst ungern annahm, gefiel es ihm schnell, „wie der Gastgeber einer Party […] eine Gesellschaft in freier Unterhaltung entsprechend dem Charakter des Programms durch den Abend“ zu geleiten15. Durch seine dramaturgischen Programme und die Ansagen erlangte Braun rasch einen großen Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad. Als schließlich auch noch die Position des Chefreporters der Funk-Stunde hinzukam, stieg seine Popularität weiter an; Ende der 1920er Jahre ergab offenbar eine Umfrage in Berlin, dass Braun nach dem Reichspräsidenten Hindenburg als erfolgreichster Deutscher angesehen wurde16.
Als einer der ersten Reporter war Braun wesentlich an der Entstehung der Hörfunkreportage beteiligt. Besonders bekannt wurde seine Rundfunkübertragung der Verleihung des Literaturnobelpreises an Thomas Mann, die er – flüsternd, um die Feierlichkeiten nicht zu stören – druckreif sprach und die ungekürzt im Berliner Tageblatt abgedruckt wurde17. Ebenso berühmt wurde eine Reportage aus dem Jahre 1929, in der Braun von der Trauerfeier für den verstorbenen deutschen Außenminister Gustav Stresemann berichtete. Doch auch die alltäglicheren Reportagen von sportlichen oder gesellschaftlichen Ereignissen erfreuten sich bei der Hörerschaft großer Beliebtheit; offenbar entwickelte Braun ein gutes Gespür für das zu Berichtende und die Stimmung seiner Hörer. Im Jahre 1930 drückte er seine Begeisterung für seine Arbeit folgendermaßen aus:
„Und das Glück, wenn es von Ereignissen hagelt! Dieses Glück des Mannes am Mikrophon! Er braucht nur die Augen aufzusperren und es strömt herbei und er redet, er wird Schriftsteller, er baut seine Sätze, es strömt dahin ohne Ende, er greift mit seinen Blicken ruhevoll um sich und preßt in das Mikro, was daherkommt, seine Stimme geht auf und nieder, wird langsam und schnell, wird erregt und langsam, wird erhitzt und wieder kälter, er braucht sich um seine Stimme nicht mehr zu kümmern, er hat das Orchester der Dinge im vollen Spiel vor sich und er dirigiert es und streut es aus, aus vollen Händen. Es ist zum Lyrischwerden und da wird er auch lyrisch manchmal18.“
Kritik erreichte Braun weniger von Seiten der Hörer als vielmehr von der Presse, vor allem wegen der verschiedenen Positionen, die er bei der Funk-Stunde gleichzeitig innehatte und seiner teilweise immer undurchsichtiger werdenden vielfältigen Aufgaben. Man sagte ihm einen Hang zur Eitelkeit nach, da er sich gerne in den Vordergrund stellte, beispielsweise wenn er bei Hörspielen sowohl die Regie als auch die Hauptrolle übernahm19.
Angegriffen wurde Braun sowohl aus dem rechten als auch aus dem linken Lager. Letzteres polemisierte gegen den Reichtum Brauns, den er durch seine hohe Bezahlung beim Rundfunk erlangte; von rechter Seite wurde er vor allem wegen seiner politischen Einstellung attackiert. Braun war zwischen 1928 und 1930, vermutlich 1929, zusammen mit Friedrich Georg Knöpfke der SPD beigetreten, was dazu führte, dass vor allem die rechte Presse eine Einflussnahme der Sozialdemokraten auf den Rundfunk befürchtete20. Ob der SPD-Beitritt für Braun selber von großer Bedeutung war, ist fraglich. Er erinnerte sich später nicht mehr an das Jahr des Beitritts und engagierte sich offenbar auch nicht in der Partei21.
Braun wurde nach eigener Aussage als „Kulturbolschewist und Judenknecht“ tituliert, auch weil er beispielsweise am “heiligen” Weihnachtstag eine Rundfunksendung sprach22.
Tatsächlich aber driftete der Berliner Rundfunk mit dem Ende der 1920er Jahre nicht nach links, sondern immer weiter nach rechts ab. Die sich verschlechternde wirtschaftliche Lage erfasste auch die Funk-Stunde und führte zunehmend zu Kürzungen und Einsparungen des regulären Programms, während der Rundfunk vermehrt als Sprachrohr der Länder- und Reichsregierungen genutzt wurde – eine Entwicklung, die vorläufig in der Einführung einer halbstündigen „Stunde der Reichsregierung“ im Juni 1932 gipfelte. Es folgten eine weitgehende Umstrukturierung und Verstaatlichung des Rundfunks sowie die Einsetzung von Erich Scholz, einem NSDAP-Mitglied, als zweiten Rundfunkkommissar23. Die Zensur, der der Rundfunk seit seinem Beginn unterlag, bekam einen immer rechtslastigeren Kurs. Als die Nationalsozialisten schließlich 1933 an die Macht kamen, war die Übernahme des Rundfunks für die Zwecke der neuen Machthaber eine reine Formsache. Unliebsame Mitarbeiter wurden in „Säuberungsaktionen“ entlassen, darunter auch die gesamte Führungsetage der Funk-Stunde – und Alfred Braun24.

KZ-Haft und Emigration
1966 beschrieb Alfred Braun seine Erinnerungen an die Nacht des Reichstagsbrands im Februar 1933, der den Nationalsozialisten zum Anlass diente, die Grundrechte der Verfassung außer Kraft zu setzen. Er berichtete, dass er ein gesellschaftliches Ereignis besuchte, an dem auch viele Künstler teilnahmen, von denen einige, „mit dem Paß schon in der Tasche, von jener Nacht nicht mehr nach Hause zurückgekehrt sind, die gleich zum ersten Frühzug nach dem Bahnhof Friedrichstraße gingen und noch am selben Tag die Grenze passierten25“.
Alfred Braun, der in Berlin blieb, wurde am 8. August 1933 von der Gestapo festgenommen. Als Teil einer Kampagne der Nationalsozialisten gegen den Weimarer „Systemrundfunk“, dessen Mitarbeiter man der Korruption zu bezichtigen versuchte, nahm man die renommiertesten Vertreter fest26. Alfred Braun – laut NS-Funk maßgeblich an der „Verjudung der Funkstunde Berlin“ beteiligt27 – wurde in „Schutzhaft“ genommen; in der Anordnung seiner Verhaftung hieß es begründend, man könne für seine Sicherheit bzw. körperliche Unversehrtheit nicht mehr garantieren wegen der bekannten „Durchstechereien“ beim Rundfunk28. Die euphemistisch „Schutzhaft“ genannte Maßnahme war nichts anderes als ein Instrument der NS-Willkür. Man brachte Braun zunächst in die Prinz-Albrecht-Straße 8, wo er Kurt Magnus, Rundfunkdirektor und Mitbegründer der Funk-Stunde, traf29. Beide wurden anschließend in das unweit von Berlin gelegene Konzentrationslager Oranienburg gebracht.
Am Abend des 8. August 1933 wurden die führenden Rundfunkmitarbeiter Alfred Braun, Kurt Magnus, Hans Flesch und Heinrich Giesecke zusammen mit den Reichstagsabgeordneten Ernst Heilmann und Friedrich Ebert junior, dem Sohn des ehemaligen Reichspräsidenten, in das Konzentrationslager Oranienburg eingeliefert. Offenbar hatten sich die wachhabenden SA-Mannschaften bereits auf die Ankunft der prominenten Häftlinge gefreut, die sie nun demütigen konnten30. Gerhart Seger beschrieb in seinem Erinnerungsbericht die Einlieferung der neuen Häftlinge: nachdem sie vollkommen zerrissene Kleidung anziehen und sich den Kopf scheren lassen mussten, wurden sie in einer Ansprache vor allen Häftlingen gedemütigt und beleidigt und als Millionenbetrüger und korrupte Verbrecher diffamiert31.
Max Abraham, der später ebenfalls seine Erlebnisse im KZ in einem Buch festhielt, erinnerte sich, dass Braun bei seiner Ankunft in Oranienburg einen Nervenzusammenbruch erlitt. Direkt am nächsten Tag wurde er außerdem dazu gezwungen, die Latrinen zu reinigen – eine Aufgabe, die er nicht lange zu verrichten hatte, da die SA solch erniedrigende Arbeiten am liebsten der so genannten „Judenkompagnie32“ überließ. Inwieweit Braun im Lager körperlicher Gewalt ausgesetzt war, bleibt unklar. Ein anonymer Schreiber berichtete später der englischen Times von Misshandlungen Alfred Brauns: “Als Herr Braun von der Rundfunkgesellschaft aus des Kommandanten Zimmer kam, war zu sehen, daß Braun eine schwere Zeit hinter sich hatte. Beide Augen waren geschlossen, und er konnte nur schlecht sehen33.” Braun selbst stritt dies ab; es bleibt unklar, ob neben Heilmann und Ebert auch Braun nach der Einlieferung in das berüchtigte „Zimmer 16“ geschickt wurde. Man kann andererseits vermuten, dass Braun als langjähriger Rundfunk-Star trotz allem auch bei den SA-Mannschaften beliebt war34. Zwar wurden die prominenten Häftlinge gerne vorgeführt, wenn wichtige Personen das Lager besuchten, die täglichen Misshandlungen und Demütigungen, die viele andere Häftlinge erleiden mussten, blieben Braun aber möglicherweise tatsächlich erspart.
Der Rundfunksprecher fürchtete jedoch die anderen Häftlinge. Wie sein Bettnachbar Maximilian Trauselt, ein KPD-Mitglied, berichtete, hatte er mit Braun über dessen Befürchtungen gesprochen und ihn dazu aufgefordert, Solidarität mit allen Häftlingen zu üben, was dieser dann auch tat35. Ob Alfred Braun die kommunistischen Häftlinge wegen seiner Angehörigkeit zur SPD oder aus anderen Gründen fürchtete, ist nicht bekannt.
Wegen des bevorstehenden „Rundfunkprozesses“, ein von den Nazis von langer Hand geplanter Schauprozess gegen die Vertreter des Berliner Rundfunks, stellte Braun den Antrag, sich mit einem Anwalt, den seine Frau für ihn engagierte, im Konzentrationslager zu treffen36. Ob dieses Treffen zustande kam, ist nicht bekannt. Eine geplante Verlegung Brauns nach Papenburg fand nicht statt; er wurde stattdessen am 16. September 1933 nach sechs Wochen KZ-Haft in das Untersuchungsgefängnis Moabit gebracht. Gegen Braun war Haftbefehl erlassen worden mit der Begründung, als Bevollmächtigter der Sendegesellschaft Berlin über Vermögensstücke der Auftraggeber absichtlich zu deren Nachteil gehandelt zu haben37. Alfred Braun kam nach einigen Wochen Haft in Moabit jedoch frei und emigrierte bald darauf in die Schweiz. Am so genannten „Rundfunkprozess“, dem der Haftbefehl gegolten hatte, musste er offenbar nicht mehr teilnehmen.
Trotz der vermutlich verhältnismäßig guten Behandlung im Konzentrationslager waren die Ereignisse für Braun mit erheblichen Entbehrungen verbunden. Der Verlust seiner Arbeit, die Notwendigkeit Berlin – und vermutlich auch sein Vermögen – zurück zu lassen und die Hetz-Propaganda der Nazis gegen Braun können nicht spurlos an dem mittlerweile 45-Jährigen vorübergegangen sein. Umso unverständlicher erscheint es, dass Braun noch aus der Untersuchungshaft in Moabit einen Brief an den Lagerkommandanten in Oranienburg, Werner Schäfer, schrieb, in dem er sich bei diesem bedankte, dass er so gerecht, gütig, hilfsbereit, „von Mensch zu Mensch“ gewesen sei. Anlass war der Bericht der englischen Times über die Misshandlungen im Konzentrationslager, die Braun der Zeitung nicht bestätigen wollte38. Obgleich Braun den Brief unter Bedingungen der Haft verfasste und möglicherweise seine Lage zu verbessern suchte, so erscheint der Inhalt doch beinahe zynisch, bedenkt man die vielfältigen und schlimmen Gewalttaten, denen viele Häftlinge in Oranienburg tatsächlich ausgesetzt waren und die einige nicht überlebten. Er wirkt andererseits wie ein Vorgeschmack auf die vielen Wirrungen und politischen Wendungen, die Braun in den nächsten Jahren, sich anscheinend kritiklos den Gegebenheiten anpassend, mitmachte.

Im ungewollten Exil
Alfred Braun emigrierte Ende des Jahres 1933 in die Schweiz. Im November 1933 noch wohnte er in Garmisch-Partenkirchen, bevor er endgültig Deutschland verlies – vorerst. Durch einen Vertrag mit dem Schauspielhaus Zürich, an dem er etwa ein Jahr lang in kleineren Rollen zu sehen war, erhielt Braun die Möglichkeit, dauerhaft in der Schweiz zu bleiben. Offenbar hatte Carl Ebert, ehemaliger Berliner Opernintendant, Freund von Braun und ebenfalls in die Schweiz emigriert, ihm zu dieser Stellung verholfen39. 1935 wechselte Braun zum Stadttheater Basel, an dem er sich als Schauspieler und Regisseur betätigte; zudem besuchte er an der Universität Basel Vorlesungen in Germanistik, Philosophie, Theologie und Geschichte40. Er traf in seinem Schweizer Exil einige Male mit ehemaligen Kollegen aus Berlin und anderen deutschen Emigranten zusammen; später berichtete er von Zusammenkünften mit dem Dichter Ernst Toller und dem Journalisten und Schriftsteller Kurt Tucholsky41.
Von der Schweiz aus versuchte Braun aber auch, in Deutschland wieder rehabilitiert zu werden. Über einen Anwalt ließ er mehrmals beim Propagandaministerium vorfühlen, ob eine Rückkehr zum deutschen Rundfunk für ihn möglich sei42. Seine Versuche, sich bei den neuen Machthabern anzubiedern, indem er mitteilen ließ, dass er kein „sogenannter Emigrant“ sei und auch nichts mit der Emigrantengemeinde zu tun habe, dass er seine Anstellung in Zürich verloren hatte, weil er sich geweigert hatte, in einem „deutschfeindlichen“ Stück mitzuspielen, erstaunen angesichts der Umstände seiner Emigration43. Sie schlugen zudem fehl. Offenbar hatte Goebbels die strikte Anweisung gegeben, den Fall Braun „als erledigt zu betrachten“, da dieser „einer der exponiertesten Vertreter des vergangenen Systems“ und „eingetragenes Mitglied der SPD“ gewesen sei44.
Nach den gescheiterten Versuchen, nach Deutschland zurückzukehren, wechselte Alfred Braun sein Exil. Wiederum war es Carl Ebert, jetzt Leiter der Hochschule für Musik und Theater in Ankara, der ihm eine Anstellung verschaffte – als Professor und Leiter der Abteilung Schauspiel der Akademie45. Braun zog mit seiner Familie 1936 oder 1937 in die Türkei, wo seine Tochter Etta offenbar die deutsche Schule besuchte46. Auch hier traf er mit verschiedenen deutschen Emigranten zusammen; später berichtete Braun, er habe sich angesichts der gemeinsamen Erinnerungen an Berlin immer gefragt: „Wann geht mein Zug zurück nach Hause?“
Es war im Jahre 1939, als Alfred Braun wieder nach Deutschland kam. Mit einer türkischen Studentengruppe reiste er nach Berlin – und blieb. Carl Ebert teilte er mit, er sei krank geworden und habe dann wegen des ausbrechenden Kriegs keinen Flug in die Türkei zurück bekommen; warum er aber tatsächlich in den nächsten Jahren in Berlin blieb und sich mit dem Naziregime arrangierte, ist unklar47.

Zurück in Berlin
Offenbar war es der Fürsprache Franz von Papens, des ehemaligen Reichskanzlers und 1939 deutschen Botschafters in Ankara, zu verdanken, dass Braun in Deutschland bleiben konnte48. Er wurde zunächst nach Lodz geschickt, um – anonym – als Reporter vom Polenfeldzug zu berichten. Bereits nach einem Monat aber, Mitte Oktober 1939, endete Brauns kurzes Rundfunk-Intermezzo im nationalsozialistischen Staat. Der Regisseur Veit Harlan und der Schauspieler Emil Jannings setzten sich dafür ein, dass Alfred Braun eine Anstellung beim Film bekam49.
In den 1940er Jahren machte sich Alfred Braun einen Namen als Regisseur im nationalsozialistischen Deutschland. Er arbeitete zunächst als Sprecher, Darsteller und Drehbuchschreiber für verschiedene Filmproduktionen, oft anonym, bis er 1941 eine feste Anstellung bei der Ufa-Filmkunst bekam50. Analog zu seiner Berufssicherheit verhielt es sich mit seiner Wohnstätte: während Braun 1939 nach seiner Rückkehr nach Schöneberg zog, um bald darauf nach Wilmersdorf umzuziehen, wohnte er Ende 1940 bereits in der Preußenallee in Charlottenburg, wo er bis zum Kriegsende blieb51. Schon zu Weimarer Rundfunkzeiten hatte Braun in Charlottenburg gelebt. Die Wohnung in dem gutbürgerlichen Berliner Bezirk und seine Gagen beim Film sprechen dafür, dass Alfred Braun bald nach seiner Rückkehr nach Berlin wieder ein gesichertes Leben führte.
Während seiner Zeit als hauptberuflicher Spielleiter-Assistent der Ufa arbeitete Alfred Braun oft mit Veit Harlan zusammen. Bereits im Februar 1940, kurz nach Brauns Rückkehr, war seine Regieassistenz in dem antisemitischen Hetz- und NS-Propaganda-Film „Jud Süß“ geplant gewesen. Auch in anderen Filmen Harlans wirkte Braun mit; so schrieb er das Drehbuch zu „Opfergang“ und zum antitschechischen Film „Die goldene Stadt“ und beteiligte sich ebenfalls an „Kolberg“, einem Durchhaltefilm der Nazis mit dem Aufruf zum bedingungslosen Widerstand gegen die Kriegsgegner52. Besonders dieses Engagement im Dienste der nationalsozialistischen Hetzpropaganda stellt Alfred Braun in das Licht eines unverbesserlichen Opportunisten. Veit Harlan hingegen argumentierte gegen die Kritik an Braun, dieser habe nicht auf die Inhalte der Filme einwirken können und bis zuletzt unter Beobachtung gestanden, da die politisch Verantwortlichen Braun weiterhin nicht getraut hätten53. Inwieweit diese Behauptung stimmt, ist nicht mehr zu beantworten.

Die Rückkehr zum Berliner Rundfunk
Das Kriegsende erlebte Alfred Braun in Württemberg. Schon 1943 hatte er in Schlechtenbach bei Gschwend, etwa 60 km von Stuttgart entfernt, aus nicht bekannten Gründen ein kleines Unterstell-Häuschen erworben. Im Juli 1945 besaß er in dem kleinen Ort eine eigenen Wohnung, in der er zusammen mit seiner Frau, seiner Tochter, nun 17 Jahre alt, und seiner Mutter wohnte, die er seit dem frühen Tod des Vaters versorgte54.
Ein amerikanischer Militärsender, Radio Stuttgart, lud Alfred Braun zur Mitarbeit ein. Bis November 1945 arbeitete er als fester, dann als freier Angestellter bei Radio Stuttgart55. Es zog Alfred Braun aber bald wieder nach Berlin zurück. Dort sendete der Berliner Rundfunk bereits kurz nach der deutschen Kapitulation wieder – unter sowjetischer Leitung, obwohl sich die Gebäude im Westteil der Stadt befanden56. Um Alfred Braun zu seinem alten Sender zurückzuholen, bemühte sich der Berliner Rundfunk um eine Einreisegenehmigung für Braun und ging dabei so weit, für ihn als aufrechten Antifaschisten zu bürgen57. 1947 schließlich konnte Braun in seine Heimatstadt zurückkehren, um dort in seinem alten Funkhaus – nur diesmal für einen sowjetisch geführten Sender – zu arbeiten. Er zog in den Ostteil der Stadt, in die Carmen-Sylva-Straße58 im Bezirk Prenzlauer Berg59.
Sein Engagement beim Film behielt Braun weiterhin bei. Bereits 1948 und 1949 spielte er in zwei Filmen. 1950 und 1951 arbeitete er wiederum mit Veit Harlan zusammen, bevor er schließlich in mehreren Filmen selber Regie führte; in „Die Treppe“ und „Wenn die Abendglocken läuten“ spielte Braun zudem selber mit. Seine bekannteste Produktion war der mit Zara Leander besetzte Film „Ave Maria“, in dem übrigens auch seine Tochter, Etta Braun, die wie ihre Eltern Schauspielerin geworden war, mitspielte. Für „Stresemann“, einen Film über den verstorbenen ehemaligen Außenminister, wurde Braun mit der Goldmedaille des Europarats und dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet60. Doch der Film blieb sein zweites Standbein.
Alfred Brauns erster Beruf war der des Radioreporters. Das äußerst umstrittene Engagement beim Berliner Rundfunk beendete er im Jahre 1950. Der neu gegründete Westberliner Sender Freies Berlin (SFB) suchte unterdessen nur wenige Jahre später einen neuen Intendanten. Trotz starker Bedenken wegen seines opportunistischen Verhaltens im „Dritten Reich“ und dem Engagement beim Sowjetfunk hatte Braun starke Fürsprecher oder wurde – vermutlich auch aus Mangel an Alternativen – zumindest toleriert. So wählte man den einstigen Radiopionier im Februar 1954 zum Programmdirektor und zum Intendanten des SFB, jedoch nicht ohne dass die Presse diese Entscheidung scharf kritisierte und den Rücktritt Brauns forderte61.
Alfred Braun arbeitete drei Jahre lang für den SFB und schied 1958, mit 70 Jahren, endgültig aus seiner festen Rundfunktätigkeit aus. Er blieb dem Berliner Rundfunk aber dennoch auch im hohen Alter als freier Mitarbeiter erhalten62. Ab 1962 sendete der SFB alle 14 Tage Gespräche am Mikrofon von Alfred Braun, in denen dieser über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in Berlin reflektierte und die Hörer an seinen Erinnerungen an seine Heimatstadt teilhaben ließ. Diese „Spreekieker“ genannte Sendung produzierte er selbst dann noch, als er fast erblindet war63. 1966 erschienen einige der Sendungen als Nachdruck in einem Buch, 1968 wurden mit „Achtung, Achtung, Hier ist Berlin“ Brauns Erinnerungen an den Weimarer Rundfunk veröffentlicht. Für seine Verdienste um den Rundfunk wurde Alfred Braun mehrmals geehrt: 1958 erhielt er den Berliner Bär im Namen des Berliner Senats, 1971 das Bundesverdienstkreuz am Bande und 1973, zum 50-jährigen Bestehen des Rundfunks, die „Hans-Bredow-Medaille64“.
Über das Privatleben Alfred Brauns ist wenig bekannt. In seinen Erinnerungen und Berichten erwähnte er äußerst selten seine Familie. Aus den „Spreekieker“-Gesprächen aber geht hervor, dass Braun mit seinen beiden in der Nachkriegszeit geborenen Enkeln viel Zeit verbrachte. In einer Anekdote erwähnte er, dass einer seiner eigentlich in Süddeutschland lebenden Enkel ein halbes Jahr bei ihm in Berlin wohnte65.
Auch über Brauns politische Einstellung kann man viel spekulieren. Er selber präsentierte sich immer gerne als naiven, liebenswerten Ur-Berliner. Ob man jedoch mit der Liebe zu einer Stadt die vielen Anpassungen Brauns an das, was opportun war, entschuldigen sollte, bleibt mehr als fraglich. In der Bundesrepublik scheint Braun, betrachtet man nur seine Auszeichnungen, zuletzt vollständig rehabilitiert gewesen zu sein. Die Frage nach Möglichkeiten und Notwendigkeiten von Anpassung und Widerstand im Leben Alfred Brauns ist damit jedoch nicht beantwortet.
Am 3. Januar 1978 starb Alfred Braun fast 90-jährig. Er wurde auf dem Friedhof Heerstraße in Charlottenburg begraben. Am Charlottenburger Iburger Ufer, Ecke Arcostraße, wurde im Jahre 1983 ein Denkmal für Alfred Braun errichtet: „Der Spreekieker“.

1 Vgl. Jenter, Steffen: Alfred Braun – Radiopionier und Reporter in Berlin, Potsdam 1998, S. 31f. 

2 Braun, Alfred: Der Spreekieker, Berlin 1966, S. 101 und 314. 

3 Vgl. ebd., S. 58 und 325. 

4 Vgl. Lebenslauf Alfred Brauns, in: Personalakten der Fachschaft Film, Alfred Braun, BArch, RK /J14, Bl. 592. Bei der Privatschule könnte es sich um das „Berlinische Gymnasium am Grauen Kloster“, eine traditionsreiche evangelische humanistische Bildungsstätte am Alexanderplatz handeln; dies suggeriert zumindest eine Schilderung Brauns, vgl. Braun: Der Spreekieker, S. 188. 

5 Vgl. Fragebogen der Militärregierung in Deutschland vom 2.12.1947, in: Personalakte Alfred Braun, Bl. 580ff. 

6 Vgl. Braun: Der Spreekieker, S. 314 und Personalfragebogen der amerikanischen Militärregierung vom 15.6.1946, in: Personalakte Alfred Braun, Bl. 592ff. 

7 Vgl. Jenter: Alfred Braun, S. 32f. 

8 Vgl. Personalfragebogen der amerikanischen Militärregierung und Fragebogen der Militärregierung in Deutschland. 

9 Vgl. Braun: Der Spreekieker, S. 100f. 

10 Vgl. Personalfragebogen der amerikanischen Militärregierung. 

11 Vgl. Fragebogen der Reichsfilmkammer, Fachschaft Film vom 31.3.1941, in: Personalakte Alfred Braun, Bl. 450. 

12 Vgl. Erklärung über die Logenangehörigkeit Brauns vom 19.3.1941, in: Personalakte Alfred Braun, Bl. 446. 

13 Vgl. Braun, Alfred: Achtung, Achtung, Hier ist Berlin! Aus der Geschichte des Deutschen Rundfunks in Berlin 1923 – 1932, Berlin 1968, S. 30ff. 

14 Ebd., S. 32. 

15 Höfer, Werner (Hrsg.): Starparade – Sternstunden. Große Namen, große Szenen aus 50 Jahren Funk und Fernsehen, Percha am Starnberger See [u.a.] 1973, S. 14. 

16 Vgl. ebd., S. 15. 

17 Vgl. Braun: Hier ist Berlin!, S. 15. 

18 Braun, Alfred: Aus meinem Tagebuch, in: Rundfunk. Ein Handbuch, 1930, S. 81-83, hier: S. 83. 

19 Vgl. Jenter: Alfred Braun, S. 43f. 

20 Vgl. ebd., S. 46. 

21 Vgl. Personalakte Alfred Braun. Einer Aussage des Schauspielers Franz Kloss zufolge war Alfred Braun sogar nach dem Ersten Weltkrieg in einer deutschnationalen Partei gewesen und trat der SPD nur aus beruflichen Gründen bei, vgl. Auskunft von Franz Kloss vom 27.6.1946, in: Personalakte Alfred Braun. 

22 Vgl. Lebenslauf Alfred Brauns. 

23 Vgl. Hier spricht Berlin. 75 Jahre Haus des Rundfunks – 75 Jahre Radiogeschichte, Rundfunk Berlin-Brandenburg 2006, S. 3. 

24 Vgl. ebd., S. 4. 

25 Braun: Der Spreekieker, S. 41. 

26 Vgl. Jenter: Alfred Braun, S. 48. 

27 Vgl. Schley, Arnold: Das System auf der Anklagebank, in: NS-Funk 1934, zit. nach Jenter: Alfred Braun, S. 49. 

28 Vgl. Abschrift der Anordnung der Schutzhaft vom 7.8.1933, in: BLHA, Rep. 35 G, KZ Oranienburg, Nr. 4/4, Bl. 22. 

29 Vgl. Braun: Hier ist Berlin!, S. 75. 

30 Vgl. Abraham, Max: Juda verrecke. Ein Rabbiner im Konzentrations-Lager, mit einem Vorwort von K.L. Reiner, in: Irene A. Diekmann/Klaus Wettig (Hrsg.): Konzentrationslager Oranienburg. Augenzeugenberichte aus dem Jahre 1933, Potsdam 2003, S. 117-167, hier: S. 135. 

31 Vgl. Seger, Gerhart: Oranienburg. Erster authentischer Bericht eines aus dem Konzentrationslager Geflüchteten, in: Irene A. Diekmann/Klaus Wettig (Hrsg.): Konzentrationslager Oranienburg. Augenzeugenberichte aus dem Jahre 1933, Potsdam 2003, S. 15-89, hier: S. 54. 

32 Vgl. Abraham: Juda verrecke, S. 136. 

33 Übersetzung von “Life in a Nazi camp. A farm student’s experience” aus der “Times” vom 19. September 1933, abgedruckt bei Klaus Drobisch: Überfall auf jüdische Jungen im Juni 1933, in: Dietrich Eichholtz (Hrsg.): Brandenburg in der NS-Zeit. Studien und Dokumente, Berlin 1993. 

34 Vgl. Jenter: Alfred Braun, S. 49. 

35 Vgl. Lebenslauf von Maximilian Trauselt in: BArch, SgY 30/0947. 

36 Vgl. Antrag von Braun, in: BLHA, Rep. 35 G, KZ Oranienburg, Nr. 3/3/1, Bl. 465. 

37 Vgl. Haftbefehl des Amtsgericht Berlin vom 16.9.33, in: BLHA, Rep. 35 G, KZ Oranienburg, Nr. 4/8/1, Bl. 147. 

38 Vgl. Brief von Alfred Braun an Werner Schäfer vom 10. Oktober 1933, in: BLHA, Rep. 35 G, KZ Oranienburg, Nr. 4/3, Bl. 133. 

39 Vgl. Aussage Prof. Ebert vom 27.8.1946, in: Personalakte Alfred Braun, Bl. 568. 

40 Vgl. Personal-Fragebogen der amerikanischen Militärregierung. 

41 Vgl. Sender Freies Berlin/Rundfunk: Hörer gesucht, in: DER SPIEGEL 24/1954 vom 09.06.1954, S. 26 und Braun: Der Spreekieker, S. 24. 

42 Vgl. Korrespondenz zwischen dem Ministerium für Volksaufklärung und Propaganda, dem Reichssendeleiter und dem Anwalt Aribert Elsholz, in: Personalakte Alfred Braun, Bl. 472-532. 

43 Vgl. Jenter: Alfred Braun, S. 109. 

44 Vgl. Brief des Ministeriums für Volksaufklärung und Propaganda an Wiedemann, Reichskanzlei vom 30. Juni 1937, in: Personalakte Alfred Braun. 

45 Vgl. Jenter: Alfred Braun, S. 110. 

46 Vgl. Aussage Prof. Ebert. 

47 Vgl. ebd. und Auskunft Franz Kloss. 

48 Vgl. Jenter: Alfred Braun, S. 111. 

49 Vgl. Eidesstattliche Erklärung Veit Harlans, Hamburg, 21.10.1946, in: Personalakte Alfred Braun. 

50 Vgl. Personalakte Alfred Braun und Jenter: Alfred Braun, S. 111. 

51 Vgl. Personalakte Alfred Braun. 

52 Vgl. Jenter: Alfred Braun, S. 112. 

53 Vgl. eidesstattliche Aussage Veit Harlans. 

54 Vgl. Fragebögen der Militärregierung. 

55 Vgl. Lebenslauf Alfred Brauns. 

56 Vgl. Hier spricht Berlin, S. 6. 

57 Vgl. Brief des Berliner Rundfunks an die ausländische Abteilung der Zentral-Kommandatur, 21.3.1946, in: Personalakte Alfred Braun, Bl. 558. 

58 Heute Erich-Weinert-Straße. 

59 Vgl. Fragebogen der Militärregierung in Deutschland. 

60 Vgl. Jenter: Alfred Braun, S. 116 

61 Vgl. Jenter: Alfred Braun, S. 118. 

62 Vgl. ebd., S. 120. 

63 Vgl. ebd. 

64 Vgl. ebd. 

65 Vgl. Braun: Der Spreekieker, S. 80ff.
 

Soziale/Regionale Herkunft: Vater August Braun, Stellmacher und Wagenbauer, Mutter Hulda Henriette, geb. Koglin; aufgewachsen in Berlin in einem proletarischen evangelischen Elternhaus

Ausbildung/Berufstätigkeit: 1894 – 1905: Volksschule, Privatschule und Lehrerbildungsanstalt mit Begabten-Stipendium, ohne Abschluss; dann Theaterausbildung bei Max Reinhardt; Schauspieler und Regisseur; Rundfunksprecher, -reporter und -regisseur; Professor an der Hochschule für Musik und Theater in Ankara

Mitgliedschaft und Funktionen in der Gewerkschaftsbewegung: Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger, Lokalverbandsobmann und Bezirksobmann von Berlin

Parteizugehörigkeit/-funktionen, politische Vorfeldorganisationen: 1929 (vermutlich) – 1933: SPD

Politische Mandate/Aktivitäten: keine

Widerstandsaktivitäten: keine

Haft in Konzentrationslagern/ Zuchthäusern/Gefängnissen: KZ Oranienburg (8. August 1933 – 16. September 1933)

Politisches und gewerkschaftliches Engagement nach 1945: nicht bekannt

Erinnerungskultur/Ehrungen: 1958 Berliner Bär im Namen des Berliner Senats, 1971 Bundesverdienstkreuz am Bande, 1973 „Hans-Bredow-Medaille“; Seit 1983 Skulptur „Der Spreekieker“ in Erinnerung an Alfred Braun in Berlin-Charlottenburg

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