Die politischen Häftlinge des Konzentrationslagers Oranienburg
17. März 1890 - 2. November 1960

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Otto Reubold mit Ehefrau Lisbeth und Tochter Charlotte, 1942.
Quelle: PA Charlotte Reubold.

Otto Reubold mit Ehefrau Lisbeth und Tochter Charlotte, 1942. Quelle: PA Charlotte Reubold.

Von Astrid Radunski

„Am 17. März 1990 ist der hundertste Geburtstag von Otto Reubold, einem Mann, der in Cuxhaven die Gewerkschaftsgeschichte maßgeblich beeinflusst und mitgestaltet hat.“ Mit dieser Ehrung wurde Otto Reubold noch 30 Jahre nach seinem Tod in der „Cuxhavener Presse“ geehrt. Doch sein Engagement für die Gewerkschaftsbewegung begann schon viele Jahre bevor er 1939 nach Cuxhaven zog.
Otto Reubold kam am 17. März 1890 als Sohn des Ehepaares Christine Reubold, geborene Kiefer, und Peter Reubold, der von Beruf Schuhmacher war, in Wilhelmshaven zur Welt. Von 1896 bis 1904 besuchte Otto Reubold die Volksschule und erlernte anschließend in vierjähriger Ausbildungszeit in der Kaiserlichen Werft Wilhelmshaven das Handwerk des Kesselschmieds. Seine dreijährige Militärzeit von Oktober 1910 bis September 1913 leistete Otto Reubold als Oberheizer in Kiel bei der I. Torpedo-Division ab. In der gleichen Funktion diente er erneut während des Ersten Weltkriegs vom 25. März 1915 bis Oktober 1917 beziehungsweise bis Mitte Mai 1918 (hier liegen unterschiedliche Angaben vor) in der VII. Torpedo-Halbflottille. Für seine Zeit bei der Marine bescheinigte man ihm eine sehr gute Führung. Anfang des Jahres 1917 heiratete Otto Reubold Lisbeth Bluhm in Warnemünde/Mecklenburg und ging mit ihr zusammen zurück in seine Heimatstadt, um dort wieder als Kesselschmied zu arbeiten. Gemeinsam mit Tochter Charlotte, die am 16. Mai 1919 geboren worden war, wohnten sie ab August 1919 in Wilhelmshaven, zwischen 1920 und 1928/29 in Rüstringen. Bis zum Umzug der Familie nach Köthen im Jahr 1930 arbeitete Otto Reubold als Kesselschmied, Kolonnenführer und Schlosser.
Bereits 1908 trat Reubold dem Deutschen Metallarbeiterverband (DMV) bei, 1910 wurde er Mitglied der SPD. Reubolds beruflicher Werdegang ist gekennzeichnet von seinem steten Bestreben, sich weiterzubilden. So besuchte er Anfang der 1920er Jahre nicht nur die Volkshochschule, wo er unter anderem die Fächer Arbeits- und Sozialrecht belegte, sondern ließ sich auch an der Gewerbeschule zum Kesselschmiedemeister ausbilden. Später besuchte er darüber hinaus die Wirtschaftsschule des DMV in Bad Dürrenberg bei Leipzig, nahm per Fernunterricht an einem Maschinenbaukursus teil und betrieb intensives Selbststudium in den verschiedensten Bereichen.
In der Gewerkschaft übte Reubold bis 1933 verschiedene Funktionen aus. In der Region Wilhelmshaven-Rüstringen fungierte er als Betriebsobmann, Betriebsrat sowie als Ortsverwaltungsmitglied des DMV und war Mitglied im Gewerkschaftskartell in Wilhelmshaven-Rüstringen. Im Rahmen seiner gewerkschaftlichen Tätigkeit hielt Reubold dort und in der Umgebung verschiedene Vorträge, unter anderem vor Betriebsräten, der Freidenkerorganisation sowie der Metallarbeiter- und der Buchdruckerjugend. Darüber hinaus war er Festredner auf Kundgebungen am 1. Mai. Einer eigenen Beschreibung zufolge gehörte Reubolds „ganze Person und freie Zeit der aufstrebenden Arbeiterklasse1.“ Von 1930 bis 1933 bekleidete Reubold das Amt eines Geschäftsführers des DMV in Köthen/Anhalt, war gleichzeitig Kassierer und außerdem 1. Vorsitzender des Ortsausschusses des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB). Des Weiteren war er Dozent für Naturwissenschaft, Wirtschaftsgeschichte und Arbeitsrecht an der Volkshochschule.
Parallel zu seinem gewerkschaftlichen Engagement war Reubold auch politisch aktiv. Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm er für die SPD erste Funktionen auf Gemeindeebene und bekleidete schließlich sowohl in Wilhelmshaven als auch nach seinem Umzug 1930 in Köthen den Posten des Vorsitzenden der SPD-Ortsgruppe. In Köthen wählte man ihn als Spitzenkandidaten zum Fraktionsvorsitzenden im Stadtverordnetenkollegium. Hier war er bis 1933 auch Versammlungsredner im Kampf gegen die Nationalsozialisten, was dazu beitrug, dass er während der Hitler-Diktatur insgesamt sieben Mal verhaftet wurde. Für den Anhaltischen Landtag kandidierte er im gleichen Jahr ebenfalls.
Reubolds erste Verhaftung erfolgte im Februar 1933, wonach man ihn kurzzeitig in der Polizeistelle des Rathauses Köthen festhielt. Nach einer 14-tägigen Inhaftierung im Gefängnis Köthen ab dem 17. März sowie einer Festnahme in Bernburg/Saale folgten schließlich Reubolds Inschutzhaftnahme und Einlieferung in das KZ Oranienburg am 3. Juni 1933. Anlass dieser Maßnahme war anscheinend eine am 26. Mai 1933 gehaltene Rede vor Funktionären der Freien Gewerkschaften, aber auch Mitgliedern der SS, SA und NSBO. Nachdem sich seine Frau Lisbeth durch wiederholte Anfragen, Besuche und Briefe bei der NSDAP mit Nachdruck für seine Freilassung eingesetzt hatte, wurde Reubold kurz vor Weihnachten 1933 aus der Haft entlassen. In den Jahren nach seinem KZ-Aufenthalt stand er weiterhin unter Polizeiaufsicht und wurde immer wieder von der Gestapo verhört.
Nach seiner Haftzeit im KZ war Otto Reubold zunächst von Weihnachten 1933 bis Anfang April 1934 arbeitslos, ehe er eine Anstellung als Vorzeichner bei der Firma Kurth G.m.b.H., Dampfkesselfabrik u. Apparatebauanstalt in Köthen fand. Dort sollte er auf Anordnung der Kreisleitung der NSDAP nur vorübergehend beschäftigt werden, die Firma wurde verpflichtet, sich innerhalb von vier Wochen eine andere Arbeitskraft für den Posten zu besorgen. Da es offensichtlich nicht gelang, eine gleichwertige Kraft für die Tätigkeit zu finden, blieb Reubold schließlich bis Ende Februar 1938 bei der Firma Kurth angestellt.
Während dieser Zeit erfolgten zwei weitere Verhaftungen. 1935 wurde Reubold von der Gestapo Chemnitz im Rahmen der Aktionen gegen die aus ehemaligen DMV-Mitgliedern und Sozialdemokraten bestehende Widerstandsgruppe um Willy Rößler und Richard Teichgräber in Sachsen festgenommen, was aber nicht zu einer Verurteilung führte. Es ist auch nicht klar, ob Reubold für die Gruppe im Widerstand tätig geworden war. Dass freundschaftliche Kontakte zu Rößler bestanden, wurde von Reubolds Tochter Charlotte, die diesen persönlich kennen gelernt hatte, bestätigt. Nach bisherigen Erkenntnissen waren in Köthen während der NS-Zeit organisierte Widerstandsgruppen und aktiver Widerstand kaum vorhanden, die Stadt galt vielmehr als Hochburg der Nationalsozialisten. Die Gründe dafür lagen im klein- und mittelständischen Charakter Köthens, einer wenig radikalisierten Arbeiterschaft, einer schwachen KPD und hoher Arbeitslosigkeit vor 1933. Darüber hinaus hatte schon seit 1931 die NSDAP die Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung inne. Reubold wurde noch im Dezember des Jahres 1935 infolge von Äußerungen, die sich auf die Voraussage des Krieges bezogen, erneut inhaftiert und verhört.
Während der Anstellung bei der Firma Kurth unternahm Reubold zahlreiche Versuche, sich in anderen Städten auf einen seiner Ausbildung entsprechenden Posten zu bewerben, um der Verfolgung und Belästigung durch NSDAP und Gestapo zu entgehen. Nachdem dies zunächst nach Aussage Reubolds an den politischen Führungszeugnissen scheiterte, die von den Arbeitgebern bei der NSDAP Köthen eingeholt wurden und in Reubolds Fall negativ ausfielen, fand er ab März 1938 eine Stelle als Kesselschmiedemeister bei der Firma Gustav Kamprath, Kesselschmiede- und Apparatebau in Halle. Nach seinen eigenen Vermutungen wurde in diesem Fall wahrscheinlich kein Führungszeugnis angefragt, da der Besitzer der Firma eine Jüdin zur Frau hatte.
In Halle erfolgte im Mai 1938 durch die dortige Gestapo Reubolds siebte und letzte Verhaftung. Ihm wurde Betätigung in illegalen Organisationen vorgeworfen. Nach eigenen Angaben hatte Reubold gemeinsam mit anderen tatsächlich „eine illegale Bewegung aufgezogen, der es gelang, den ‚Vorwärts’ […] an einwandfreie Kollegen und Genossen weiterzugeben2“. Außerdem wurde eine Broschüre über Oranienburg verteilt, die von Gerhart Seger, einem ehemaligen Reichstagsmitglied, erstellt worden war. Seger saß zur gleichen Zeit wie Reubold im KZ Oranienburg ein, konnte fliehen und emigrierte schließlich nach New York. Reubold konnte von der Gestapo nichts nachgewiesen werden, so dass er wieder freigelassen wurde. Er sah sich aber weiterhin den Belästigungen durch NSDAP-Mitglieder ausgesetzt, die wiederholt versuchten, ihn zum Eintritt in die NSDAP zu überreden. Um den Nachstellungen zu entgehen, bewarb er sich in Cuxhaven und fand dort von April 1939 bis Ende Juni 1945 Anstellung als Kesselschmiedemeister und Abteilungsleiter bei der Beckmannwerft. Dort fand er ein offensichtlich angenehmes Arbeitsklima mit Gleichgesinnten vor, da „unter den 18 Meistern 16 alte Sozialdemokraten waren, die auch während der 12 Jahre ihre Idee nicht aufgegeben hatten3.“ Einmal noch wurde er im Sommer 1942 in Cuxhaven von SA-Leuten aus Köthen bedrängt und beschimpft, hatte ansonsten aber sein Ziel erreicht, dem Zugriff der Gestapo zu entgehen.
Nach Kriegsende wurde Reubold noch in der zweiten Jahreshälfte 1945 für die Gewerkschaften wieder aktiv und half bei deren Neubildung. In einer Broschüre des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) über die Gründungsversammlung der Allgemeinen freien Gewerkschaft (AfG) Cuxhaven vom 25. November 1945 heißt es, dass die Einberufung der Versammlung durch Auflagen der britischen Besatzungsmacht mit großen Schwierigkeiten verbunden war, „doch durch den unermüdlichen Fleiß des Kollegen Reubold endlich zu Stande gebracht wurde.“ Reubold war seit Kriegsende führendes Mitglied im vorbereitenden Gewerkschaftsausschuss gewesen. Er hielt denn auch als ersten Punkt der Tagesordnung einen Vortrag über den Aufbau der Gewerkschaften, in dem er unter anderem deren Zweck und Ziel erläuterte: „Wiedergutmachung und Vertrauen zum Internationalen Gewerkschaftsbund erringen […]. Gemeinsame Arbeit mit der Welt, Kriege ausschalten, Mithilfe am Aufbau der Wirtschaft – Festsetzung der Löhne und Gehälter. Gründliche Reinigung der Betriebe, vor allem der Polizei und Schulung der Arbeiterschaft durch Volkshochschulen4.“ In diesem Sinne wurde die AfG als Einheitsgewerkschaft von Arbeitern, Angestellten und Beamten gegründet und Reubold auf einen entsprechenden Antrag hin zum vorläufigen Geschäftsführer gewählt. Bis 1947 war er hauptamtlicher 1. Vorsitzender dieser Gewerkschaft.
Die Wirtschaftsgruppe „Öffentliche Betriebe“, größte von insgesamt 15 Wirtschaftsgruppen der AfG, war die Keimzelle des späteren ÖTV-Kreises Cuxhaven. Als Beschlussversammlung für die Gründung der ÖTV in Cuxhaven gilt eine Mitgliederversammlung der AfG-Wirtschaftsgruppe „Öffentliche Betriebe“ vom 6. Februar 1947. Nach der tatsächlichen Gründung der ÖTV für den Bereich der britischen Zone im September 1947 wurde die ÖTV-Kreisverwaltung am 1. August 1947 offiziell ins Leben gerufen. Mit über 2.000 Mitgliedern wurde sie zur größten Einzelgewerkschaft der Stadt. Reubold wurde von 1947 bis 1948 zum hauptamtlichen 1. Vorsitzenden des DGB-Kreisausschusses Cuxhaven-Land Hadeln gewählt und war bis März 1952 auch als ehrenamtlicher Vorsitzender des DGB Cuxhaven tätig. Von September 1948 bis März 1955 war er Geschäftsführer der Ortsverwaltung Cuxhaven der Gewerkschaft ÖTV und fungierte zeitweise als Gebietsbeiratsmitglied der Gruppe Metall Niedersachsen.
Reubolds Aktivitäten wurden nach Kriegsende wiederum begleitet von politischem Engagement. Nach seinem Wiedereintritt in die SPD 1945 wurde er Vorstandsmitglied der Partei in Cuxhaven und saß bis 1952 zwei Mal als Ratsherr im Verwaltungsausschuss der Stadt. 1953 kandidierte er für den Bundestag, konnte jedoch kein Mandat erringen, da er keinen aussichtsreichen Listenplatz innehatte. Tochter Charlotte Reubold erinnert sich in diesem Zusammenhang mit Bedauern an äußere Umstände, die eine bessere Positionierung verhindert hatten. Reubolds Enttäuschung darüber war sehr groß, wäre die Erringung eines Bundestagsmandats doch ein „Höhepunkt in seinem politischen Leben gewesen5.“ Auch den Bereichen Bildung/Weiterbildung blieb Otto Reubold bis zuletzt treu: Im Jahre 1945 gehörte er zu den Mitgründern der Volkshochschule in seinem Wohnort, wo er auch als Dozent tätig wurde, und war seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bis zu seinem Tode Gesellschafter der „Cuxhavener Presse“.
So fügen sich Reubolds Tätigkeiten ein in die Bestimmung, die er für sich selbst in seinem Leben sah und der er in einem Brief vom 23. Februar 1946 an einen Köthener Freund und Genossen Ausdruck verlieh: „Meine Aufgabe besteht nach meiner Auffassung darin, unsere Weltanschauung in die Köpfe der Menschen hineinzutragen6.“
Otto Reubold verstarb am 2. November 1960 nach einer schweren Krankheit in Cuxhaven. Seine Ehefrau überlebte ihn um 28 Jahre; sie verstarb am 14. September 1988.

1 Kurzes Schreiben von Otto Reubold, PA Charlotte Reubold. 

2 Brief Reubolds an Seger vom 6. Oktober 1947. 

3 Ebd. 

4 DGB-Broschüre, 50 Jahre Deutscher Gewerkschaftsbund Kreis Cuxhaven. 

5 Interview mit Charlotte Reubold, 2005. 

6 Ebd. 

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Quellen:

  • BLHA, Rep. 35 G, KZ Oranienburg, Nr. 3/29, Bl. 47-59, (Zeugnis der Marine über Reubolds Militärzeit, Brief von Lisbeth Reubold an den Lagerkommandanten, Auskunft über die Führung Reubolds im Lager, diverse Unterlagen in Zusammenhang mit seiner Haft).
  • BLHA, Rep. 35 G, KZ Oranienburg, Nr. 4/2, Bl. 180, 182f., 186f. (Auskunft über die Führung Reubolds im Lager, diverse Unterlagen in Zusammenhang mit seiner Haft).
  • BLHA, Rep. 35 G, KZ Oranienburg, Nr. 2/3, Kartei-Nr. 197 (Personenbeschreibungen von Schutzhäftlingen).
  • PA Charlotte Reubold (Tochter von Otto Reubold), Cuxhaven.
  • Adreßbuch für die Städte Wilhelmshaven, Rüstringen und die Ortschaften Aldenburg u. Knyphausersiel, 1920, Wilhelmshaven o.J.
  • Adreßbuch 1928/29 für Wilhelmshaven, Rüstringen, Varel, Jever und Umgebung, Jever o.J.
  • Adreßbuch für Stadt und Kreis Köthen 1931, Köthen 1931.
  • Adreßbücher für Stadt und Land Köthen 1933, 1935 und 1937, Köthen 1933, 1935 und 1937.
  • Amtsblatt für Anhalt – Anhaltischer Staats-Anzeiger, Dessau, 22.4.1933, 170. Jg., Nr. 32, „Wahlvorschläge für den Anhaltischen Landtag“.
  • Cuxhavener Nachrichten, 17.3.1990, S. 9, „Den einfachen Menschen stets verbunden. Otto Reubold wäre heute 100/Für seine Überzeugung schwer gelitten“.
  • Cuxhavener Presse, 4.11.1960, „Otto Reubold V“.
  • DGB (Hrsg.), 50 Jahre Deutscher Gewerkschaftsbund Kreis Cuxhaven – Land Hadeln. 25. November 1945 – 1995, o.O. o.J.
  • DMV (Hrsg.), Adressen-Verzeichnis DMV, Nov./Dez. 1930, Berlin. o.J.
  • DMV (Hrsg.), Adressen-Verzeichnis DMV, Jan. 1933, Berlin 1933.
  • Interview mit Charlotte Reubold, Tochter von Otto Reubold, 3.2.2005.
  • Kahle, Hans-Jürgen, Ein Bollwerk gegen alle anstürmenden Zeitereignisse – Das Bürohaus Atlantic, Cuxhaven 1992.
  • Sperk, Alexander, Entnazifizierung und Personalpolitik in der sowjetischen Besatzungszone Köthen/Anhalt. Eine Vergleichsstudie (1945 – 1948), Dössel 2003.

Soziale/Regionale Herkunft: Wilhelmshaven; Sohn eines Schumachers

Ausbildung/Berufstätigkeit: Ausbildung zum Kesselschmied; Kesselschmiedemeister

Mitgliedschaft und Funktionen in der Gewerkschaftsbewegung: 1908: DMV; Betriebsobmann; Betriebsrat; Ortsverwaltungsmitglied des DMV; Mitglied im Gewerkschaftskartell in Wilhelmshaven-Rüstringen; Geschäftsführers des DMV in Köthen/Anhalt; Kassierer und 1. Vorsitzender des Ortsausschusses des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB)

Parteizugehörigkeit/-funktionen, politische Vorfeldorganisationen: 1910: SPD; Vorsitzender der SPD-Ortsgruppen Wilhelmshavne und Köthen

Politische Mandate/Aktivitäten: Fraktionsvorsitzender im Stadtverordnetenkollegium in Köthen

Widerstandsaktivitäten: nicht bekannt; vermutlich Betätigung in illegalen Organisationen

Haft in Konzentrationslagern/ Zuchthäusern/Gefängnissen: Frühjahr 1933: Polizeistelle des Rathauses Köthen, Gefängnis Köthen, Bernburg/Saale; 3. Juni 1933 - Weihnachten 1933: KZ Oranienburg; 1935: Einige Tage Schutzhaft; Dezember 1935: Verhaftung; Mai 1938: Verhaftung in Halle

Politisches und gewerkschaftliches Engagement nach 1945: 1. Vorsitzender der Allgemeinen freien Gewerkschaft, AfG; 1947-48: 1. Vorsitzender des DGB-Kreisausschusses Cuxhaven-Land Hadeln; September 1948 bis März 1955: Geschäftsführer der Ortsverwaltung Cuxhaven der Gewerkschaft ÖTV; Vorstandsmitglied der SPD in Cuxhaven; Ratsherr im Verwaltungsausschuss der Stadt

Erinnerungskultur/Ehrungen: nicht bekannt

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