Die politischen Häftlinge des Konzentrationslagers Oranienburg
27. Juli 1892 - 13. September 1973

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Max Fechner im  Oktober 1945 
Quelle: Bildarchiv SAPMO-BArch Y10-620/00

Max Fechner im Oktober 1945 Quelle: Bildarchiv SAPMO-BArch Y10-620/00

Max Fechner, ein gelernter Werkzeugmacher, begann seine Karriere in der Sozialdemokratischen Partei und erlitt während der NS-Herrschaft schwere Repressionen in den Konzentrationslagern Oranienburg 1933 und Sachsenhausen im Zuge der “Aktion Gewitter“ 1944. 1945/46 gehörte der Sozialdemokrat zu den Verfechtern einer vereinten Arbeiterpartei. 1953 wurde Fechner als Justizminister und zweiter Vorsitzender der SED nach dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 für seine “bürgerliche Rechtsauffassung” vom Politbüro abgesetzt und inhaftiert.

Von Jana Rahmlow

Max Fechner (1892 – 1973)
...eine der tragischen Figuren der Arbeiterbewegung1?

Vom Arbeiterkind zum Sozialdemokraten (1892 – 1933)

Max Fechner, Sohn eines Maurers, wurde am 27. Juli 1892 in Rixdorf, dem späteren Berliner Stadtbezirk Neukölln, geboren. Sein Vater, ein Sozialdemokrat, führte ihn schon früh in die Arbeiterbewegung ein. Bereits mit 16 Jahren knüpfte Fechner Kontakte zur Sozialistischen Arbeiterjugend. Er absolvierte nach dem Besuch der Volkshochschule, die er „zum Zwecke der allgemeinen Ausbildung“ besuchte, eine Lehre als Werkzeugmacher2. In diesen Jahren belegte er außerdem Kurse „zum Studium der marxistischen Theorie“ an der Arbeiterbildungsschule3. 1911 trat Fechner im Alter von 19 Jahren der Sozialdemokratischen Partei (SPD) bei. Im August 1914 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen, aus dem er 1917 aufgrund einer schweren Verwundung entlassen wurde. Von diesem Zeitpunkt an durchlief seine politische Karriere viele Höhen und Tiefen. Im August 1917 schloss er sich der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD) an, die mit ihren Forderungen nach einem Rätesystem, Frieden um jeden Preis und dem Sturz der bürgerlichen Ordnung radikalere Ziele als die Sozialdemokraten verfolgte4. Fechner suchte Kontakt zu revolutionären Obleuten und arbeitete nach Ausbruch der Revolution 1918 eng mit Karl Liebknecht, Ernst Däuming und Walter Stöcker zusammen. Zudem engagierte er sich im Arbeiterrat der Firma C. B. Görtz. Die Fusion der USPD mit der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) im Jahre 1920 lehnte Fechner ab. Er wurde Angestellter beim Zentralkomitee der USPD, kehrte dann aber im September 1922 zusammen mit einem großen Rest der USPD-Mitglieder zur SPD zurück. Nach dem Wiederanschluss an die SPD hatte er über viele Jahre die verschiedensten Mandate inne, so war er u. a. seit 1921 bereits Bezirksverordneter in Berlin- Neukölln und blieb es bis 1925, zusätzlich übernahm er 1923 das Mandat eines Landtagsabgeordneten des Preußischen Langtags (Wahlkreis Potsdam II). Fechner war viele Jahre hauptamtlicher Sekretär beim Hauptvorstand der SPD und dort Herausgeber der kommunalpolitischen Parteizeitschrift „Die Gemeinde“ sowie Leiter bei der kommunalpolitischen Zentralstelle. Da er aufgrund dieser Position häufig mit Wohlfahrtsfragen befasst war, wurde er 1924 als stellvertretender Kassierer in den geschäftsführenden Ausschuss der Arbeiterwohlfahrt gewählt. Die Redaktion der „Gemeinde“ hatte er „bis 1933, also bis zum Antritt der Naziherrschaft“ inne. Max Fechner war ferner aktives Mitglied des „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold“, der Millionenorganisation, die „1924 zum Schutz der demokratischen Republik entstanden“ war5. Er führte eine Reichsbanner-Kampfgruppe an, die ihren Sitz im Gebäude des Parteivorstandes der SPD hatte6. Fechner trat in seinen verschiedenen Funktionen als Interessenvertreter der Arbeiterkasse auf7.

Verhaftung, Konzentrationslager und Widerstand (1933-1945)

Nach den Wahlen am 5. März 1933 war Fechner vorerst wieder in den Preußischen Landtag eingezogen; er verlor jedoch bald nach der Machtübernahme der Nazis seine Anstellung bei der SPD, die am 22. Juni 1933 verboten wurde. Nach einem Überfall auf seine Wohnung musste er zunächst untertauchen und in der Illegalität weiterarbeiten. Im Juli 1933 wurde Fechner aufgrund seiner Mitgliedschaft im illegalen Ausschuss der sozialdemokratischen Partei verhaftet und nach eigenen Aussagen ins berüchtigte Gestapogefängnis und später in das Konzentrationslager „Columbia-Haus“ gebracht8. Dort verbrachte er einige Monate in Untersuchungshaft und wurde nach einer Anklage wegen Hochverrats 1934 zwar aus dem Polizeigefängnis entlassen, anschließend jedoch in das Konzentrationslager Oranienburg überführt. Der Prozess am Berliner Kammergericht, bei dem der sozialdemokratische jüdische Rechtsanwalt Ernst Fraenkel Fechner vertrat, wurde in seiner Abwesenheit verhandelt, da der Angeklagte angeblich nicht aufzufinden war. Tatsächlich befand er sich im KZ Oranienburg. Nach dem Prozess gegen Fechner, der von dem der Mitangeklagten getrennt behandelt wurde, musste der ehemalige Abgeordnete ein Jahr in Haft verbringen, obwohl es Fraenkel gelungen, „den Vorsitzenden der Strafkammer durch die Argumentation zu beeindrucken, die Aussagen [Fechners] seien unter körperlichem Zwang entstanden9.“
Nach der Entlassung 1934 eröffnete Fechner gemeinsam mit seiner Frau Erna, geb. Barthe, ein Milch- und Lebensmittelgeschäft in der Werbellinstraße in Berlin-Neukölln. Die beiden hatten 1918 geheiratet und 1920 einen Sohn mit Namen Harry bekommen. Das kleine Geschäft wurde bald zum Begegnungsort vornehmlich älterer Sozialdemokraten, die der verbotenen Partei die Treue hielten. Es fungierte als Tarnung für die illegale Parteiarbeit und versorgte viele Genossen im Untergrund, Fremdarbeiter und Insassen von Konzentrationslagern mit Lebensmitteln10. Fechner musste mehrere Hausdurchsuchungen erdulden und wurde in diesen Jahren einige Male inhaftiert und vernommen11. 1944 wurde er im Rahmen der „Aktion Gewitter“ ins Konzentrationslager Sachsenhausen verschleppt, da er unter Verdacht stand, mit Kommunisten Kontakt zu haben12. Dort wurde er von der Roten Armee Ende April 1945 befreit. Fechner tauchte zeitweilig unter, begann dann mit seiner Frau, das Milch- und Lebensmittelgeschäft wieder aufzubauen und wandte sich auch sogleich der politischen Arbeit zu.

Der Versuch einer Vereinigung der beiden Arbeiterparteien (1945-1953)

Nach eigenen Angaben betrachtete Max Fechner es schon während des NS-Regimes als seine vordringlichste Aufgabe, sich „für die Vereinigung der beiden Arbeiterparteien einzusetzen13.“ Er schrieb 1945 unter anderem das Buch „Wie konnte es geschehen?“, in dem er von einer „Kritik der Naziherrschaft“ sprach. Nach seiner Aussage hatte es „die Vereinigung der Arbeiterparteien zum Ziele14“. Im Nachwort des Buches machte er deutlich, „dass es nur einer geeinten Arbeiterbewegung gelingen wird, auf dem mit allen Mitteln zu schützenden Boden der sozialen Demokratie nicht nur Gegenkräfte zu vernichten, sondern die politischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen zu schaffen, durch die das unverrückbare Ziel der deutschen Arbeiterbewegung erreicht werden muss: der Sozialismus15“. Auch schrieb er bereits am 28. April 1945 einen Brief an Walter Ulbricht mit dem Angebot, sofort eine einheitliche Arbeiterpartei zu schaffen; dieser behauptete später, den Brief nicht erhalten zu haben – was im weiteren Fusionsprozess von SPD und KPD noch eine große Rolle spielte. Ab Juni 1945 gehörte Max Fechner dem Zentralausschuss der wieder gegründeten SPD zusammen mit Gustav Dahrendorf, Erich Gniffke, Otto Grotewohl und Paul Löbe in der SBZ und Berlin an16.
In dieser Phase zeigte sich der geringe politische Wille des Max Fechners. Obwohl er anfangs für eine schnelle Vereinigung von SPD und KPD gewesen war, begann er doch, zu schwanken, als er den starken Einfluss der sowjetischen Militäradministration (SMAD) spürte. Letztendlich sprach er sich aber nicht gegen die Fusion aus: Der Druck, der von Seiten der SMAD ausgeübt wurde, ließ ihn einlenken. „Am 15. April 1946 wird dem ZK der Allrussischen Kommunistischen Partei (1952 in KPdSU umbenannt) aus Berlin telegrafiert, daß Fechner, Gniffke und Grotewohl, die im November noch gegen eine schnelle Vereinigung waren, im Januar noch geschwankt haben, jetzt aber fest und überzeugt auf dem Standpunkt der Einheit stünden17.“
Fechner war zuvor, am 7. April 1946, aus der SPD ausgeschlossen worden, als diese sich in seinem Heimatbezirk Neukölln auf der Kreisdelegiertenkonferenz mit knapper Mehrheit für den Wechsel in den neuen Landesverband der SPD, der am Nachmittag des gleichen Tages in der Zehlendorfer Zinnowaldschule konstituiert wurde, ausgesprochen hatte. Dies traf Fechner schmerzlich.
Nach der Vereinigung der beiden Arbeiterparteien zur SED leitete er als stellvertretender Vorsitzender zusammen mit Walter Ulbricht paritätisch die Dezernate Wirtschaft, Landespolitik, Kommunalpolitik und Justiz. Fechner übernahm nach Aufteilung der Zuständigkeiten in der neuen Partei die Bereiche Justiz und Kommunalpolitik. Mit Beginn des Jahres 1948 konnte er sich besonders dem Aufgabenfeld Justiz widmen, nachdem er erfolgreich vor dem Parteivorstand über die Lage der Justiz in der Sowjetischen Besatzungszone gesprochen hatte18. Fechner veröffentlichte viele Aufsätze und politische Artikel und hielt Vorträge über die Demokratisierung der Justiz. Unter anderem sind von ihm „Die Beiträge zur Demokratisierung der Justiz“ erschienen. Durch Befehl Marschall Sokolowskis, dem Obersten Chef der SMAD, wurde Fechner am 8. Oktober 1948 zum Präsidenten der Deutschen Justizverwaltung ernannt. Im folgenden Jahr erhielt er den Posten als Justizminister. Seine politische Karrieren in der DDR baute er zudem als Mitglied des Deutschen Volksrates, der Deutschen Volkskammer und des Zentralkomitees der SED aus.

Die Wende seiner Karriere (1953-1958)

Die Ereignisse um den niedergeschlagenen Volksaufstand vom 17. Juni 1953 veränderten das Leben Max Fechners nachhaltig. Durch Artikel im „Neuen Deutschland“, das Auszüge eines Interviews mit ihm, dem Justizminister, im Zusammenhang mit dem Streikrecht publizierte, wurde Fechner abgestraft. In diesen Gesprächen hatte er u. a. erklärt, „es dürfen nur solche Personen bestraft werden, die sich eines schweren Verbrechens schuldig machten. Andere Personen werden nicht bestraft. Das trifft auch für Angehörige der Streikleitung zu. Selbst Rädelsführer dürfen nicht auf bloßen Verdacht […] bestraft werden19.“ Bei vielen Bürgern keimte die Hoffnung auf eine rechtsstaatliche Entwicklung in der DDR und die Anerkennung des Streikrechtes in sozialistischen Staaten auf. Die Erklärung, dass der Streik der Bauarbeiter der Stalinallee verfassungsmäßig gewesen sein, brachte Fechner vor Gericht. Das Politbüro fasste am 14. Juli 1953 folgenden Beschluss:

„1. Max Fechner wird wegen partei- und staatsfeindlichen Verhaltens aus der Partei ausgeschlossen.
2. Fechner wird seiner Funktion als Justizminister enthoben und in Untersuchungsarrest genommen.
3. Den Sekretären der Bezirksleitungen wird mitgeteilt, dass das Politbüro das Interview Fechners für falsch und schädlich hält20.“

Der bei der Sitzung des Politbüros anwesende stellvertretende Hohe Kommissar Judin rief Fechner zitternd vor Empörung zu: „Bei uns in der Sowjetunion gibt man für solche Sachen zwölf Jahre Zuchthaus21.“ Nach seiner Verhaftung brachte man Fechner in das Untersuchungsgefängnis des „Ministeriums für Staatssicherheit“ (MfS) in Berlin. Zwischen der Festnahme und der Anklage lagen fast ein Jahr und acht Monate. „Für den gesundheitlich angeschlagenen Beschuldigten, der von Anfang glaubte, das gesamte Verfahren sei ein großer Irrtum, waren die Haftbedingungen eine große Belastung22.“ In einem Geheimprozess wurde Fechner am 14. Mai 1955 wegen „Verbrechen gegen den Staat“ zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. Einen beträchtlichen Teil des umfangreichen Urteils (18 Seiten) machte die „parteiamtliche Beurteilung des historischen Volksaufstandes“ aus23. Allerdings warf man Fechner noch weitere Taten vor. „Wie die erst 1996 entdeckten Stasi-Akten belegen, ist sein Sturz nicht nur auf seine politische Haltung, sondern auch auf seine homosexuellen Neigungen zurückzuführen. Die DDR-Justiz warf ihm zahlreiche ,Unzuchtsfälle’ nach § 175 vor; u. a. mit seinem Chauffeur und ,Verführung Minderjähriger24’“. Die Anschuldigungen waren mehr als zweifelhaft und konnten nie gänzlich geklärt werden, zumal der fragliche Chauffeur „nicht mehr erreichbar [war], er floh nach dem Westen“ und ein Fechner belastender „Volkspolizist selbst von den Vernehmern als unglaubwürdig eingeschätzt25“ wurde.
In der Untersuchungshaft hatte Fechner keinen Besuch empfangen dürfen und erfuhr deshalb erst nach Besuchen seiner Frau Erna im Zuchthaus Brandenburg, dass viele seiner ehemaligen Genossen ihn schon vor der Verhandlung verurteilt hatten. Am 26. April 1956 kam er im Zuge der so genannten „Tauwetterperiode“ frei, nachdem er in Folge der politischen Veränderungen, hervorgerufen durch den XX. Parteitag der KPdSU, begnadigt worden war26. Im Jahre 1958 wurde Fechner auf eigenen Wunsch wieder in die SED aufgenommen und erhielt den Status „Arbeiterveteran“. Er glaubte bis zum Schluss, seine Aburteilung sei aufgrund von Fehlern und Missverständnissen erfolgt. Die Inhaftierung Fechners wurde vom Politbüro, u. a. auch von Erich Honecker, selbst 1990 noch geleugnet27. Später gab ein früherer Mitarbeiter Fechners an, dass eine „Berichtigung“ der Aussagen Fechners im „Neuen Deutschland“ kurz nach dem Interview von der SED-Führung veranlasst worden war, um diesen vollends zu kompromittieren. Ulbricht konnte so den von ihm als zu weich eingeschätzten Fechner ausschalten und durch die härtere und parteitreue Juristin Hilde Benjamin ersetzen28.

Die letzten Jahre (1958-1973)

Max Fechner lebte bis zu seinem Tode zusammen mit seiner Frau Erna in Schöneiche bei Berlin. Er erhielt 1965 zu seinem 75. Geburtstag den Vaterländischen Verdienstorden in Gold und die Medaille „Kämpfer gegen den Faschismus“. 1982 wurde eine 10-Pfennig-Briefmarke mit seinem Konterfei herausgegeben. Fechner verstarb am 13. September 1975 im Alter von 81 Jahren und wurde in Berlin-Friedrichsfelde in der Gedenkstätte der Sozialisten beigesetzt – ganz in der Nähe seiner Widersacher Walter Ulbricht, Ernst Melsheimer und Hilde Benjamin.

1 Hedwig Wachenheim Gesellschaft e.V.: Max Fechner, online unter: http://www.diehedwig.org/2295ec64-ae78-4ec9-8e2a-e4e45f888e67.html?1196682382359. 

2 Vgl. VdN-Akte Max Fechner, BLHA, Außenstelle Frankfurt/Oder, Nr. Ast.Reg. 601-VdN 1422. 

3 Vgl. ebd. 

4 Vgl. Jäckel, Hartmut: Menschen in Berlin, Stuttgart/München 2000, S. 126. 

5 Beckert, Rudi: Max Fechner. Vom Sozialdemokraten zum SED-Funktionär, in: IWK, Heft 3/2003, Berlin, S. 315-341, hier: S. 315. 

6 Vgl. ebd. 

7 Vgl. VdN-Antrag von 1952, in: VdN-Akte Max Fechner. 

8 Vgl. Beckert: Max Fechner, S. 315 sowie VdN-Antrag von 1952. 

9 Sandvoß, Hans-Rainer: Widerstand in Berlin 1933-1945. Widerstand in Neukölln, Berlin 1990, S. 50. 

10 Vgl. VdN-Akte Erna Fechner, LA Berlin, C Rep. 11801, Nr. 2334. 

11 Vgl. Sandvoß: Widerstand in Neukölln, S. 51. 

12 Ziel der „Aktion Gewitter“ war es, die Neubildung jeder demokratischen Opposition zu verhindern. 

13 Vgl. VdN-Akte Max Fechner. 

14 Ebd. 

15 Fechner, Max: Wie konnte es geschehen?, Dresden 1945, S. 132. 

16 Vgl. Jäckel: Menschen in Berlin, S. 126. 

17 Ebd., S. 127. 

18 Vgl. VdN-Akte Max Fechner. 

19 Zit. nach Flemming, Thomas: Kein Tag der Deutschen Einheit. 17. Juni 1953, Berlin 2003, S. 129. 

20 Zit. nach ebd. 

21 Zit. nach ebd. 

22 Beckert: Max Fechner, S. 332. 

23 Ebd., S. 334. 

24 Hergemöller, Bernd-Ulrich: „Mann für Mann: Ein biographisches Lexikon zur Geschichte von Freundesliebe und mannmännlicher Sexualität im deutschen Sprachraum“, Hamburg 1998, S. 202. 

25 Beckert: Max Fechner, S. 334. 

26 Als „Tauwetterperiode“ bezeichnet man die Periode, die nach dem Tod Stalins eine Auflockerung und größere Freiheit der inneren Kultur in den Staaten des Ostblocks brachte. 

27 Vgl. Jäckel: Menschen in Berlin, S. 127. 

28 Vgl. Flemming: Kein Tag der Deutschen Einheit, S. 130.
 

Soziale/Regionale Herkunft: Arbeiterfamilie, Vater war Maurer

Ausbildung/Berufstätigkeit: ausgebildeter Werkzeugmacher, arbeitete im Parteivorstand der SPD, verantwortlicher Redakteur der kommunalpolitischen Zeitschrift "Die Gemeinde"

Mitgliedschaft und Funktionen in der Gewerkschaftsbewegung: keine Angaben

Parteizugehörigkeit/-funktionen, politische Vorfeldorganisationen: ab 1910 Mitglied der SPD, 1917-1922 Mitglied der USPD, danach wieder SPD-Mitglied, ab ca. 1924 Mitglied des „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold“, ab 1946 SED Mitglied

Politische Mandate/Aktivitäten: 1921 - 1925 Bezirksverordneter des Berliner Bezirks Neukölln, 1924-1933 Abgeordneter des Preußischen Landtages

Widerstandsaktivitäten: Widerstandsgruppe um Franz Künstler

Haft in Konzentrationslagern/ Zuchthäusern/Gefängnissen: 1933-1934 KZ Columbia-Haus und KZ Oranienburg, 1944-1945 KZ Sachsenhausen, 1953 Berliner Haftanstalt der Staatsicherheit, 1955 Zuchthaus Brandenburg (Havel)

Politisches und gewerkschaftliches Engagement nach 1945: 1948 wurde er Nachfolger von Eugen Schiffer als Präsident der Deutschen Zentralverwaltung für Justiz, 1949-1951 Präsident der Vereinigung demokratischer Juristen und war von Oktober 1949 bis Juli 1953 Minister für Justiz, Mitglied des Deutschen Volksrates, der Deutschen Volkskammer und Mitglied des Zentralkomitees der SED

Erinnerungskultur/Ehrungen: 1982 wurde eine 10-Pfennig-Briefmarke in der DDR mit seinem Bild versehen, Fechner ist auf dem Friedhof Berlin-Friedrichsfelde Gedenkstätte der Sozialisten beigesetzt, eine Gedenktafel erinnert an sein Wirken, er erhielt viele Auszeichnungen, u.a. den Vaterländischen Verdienstorden in Gold

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