Die politischen Häftlinge des Konzentrationslagers Oranienburg
20. Februar 1904 - ?

Dokumente und Bilder
(zum Vergrößern anklicken)

Personalienbogen VdN (Quelle: BLHA, Rep 401, VdN Nr. 2591, VdN-Akte Dalbock)

Personalienbogen VdN (Quelle: BLHA, Rep 401, VdN Nr. 2591, VdN-Akte Dalbock)

Der Tischler und Landarbeiter Wilhelm Dalbock wurde am 20. Februar 1904 in Grossbeeren, Kreis Teltow, geboren. Wilhelm Dalbock war ab 1921 Mitglied der SPD und des Deutschen Holzarbeiterverbandes, ab 1924 auch Mitglied im Reichsbanner und engagierte sich außerdem im Arbeitersportverein. Wegen seiner politischen Tätigkeit wurde Dalbock mehrfach in Haft genommen, die er im Polizeigefängnis Potsdam und in den Konzentrationslagern Oranienburg und Esterwegen verbrachte. Nach 1945 war Wilhelm Dalbock Mitglied der SED und des FDGB. Außerdem übte er die Funktion des Unterkassierers beim VVN in Luckenwalde aus.

Von Sebastian Bödeker

Wilhelm Dalbock wurde am 20. Februar 1904 in Grossbeeren, Kreis Teltow, geboren. Er wuchs in einer Arbeiterfamilie auf. Nach der Schule war er zunächst in der Landwirtschaft tätig und arbeitete anschließend bei verschiedenen Tischlereien1. Er heiratete Frieda Schütze und bekam mit ihr zwei Kinder2, Irmgard (11. Juni 1928) und Werner Dalbock (7. Dezember 1930).
Wilhelm Dalbock war ab 1921 Mitglied der SPD und des Holzarbeiterverbandes, ab 1924 auch Mitglied im Reichsbanner und außerdem im Arbeitersportverein aktiv3.

Schon 1926 wurde er für vier Monate wegen eines Zusammenstoßes mit dem Stahlhelm in Haft genommen. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten war Wilhelm Dalbock ständiges Opfer von Verfolgung und Haft4. Vom 4. Juli 1933 bis zum 1. September 1933 war Dalbock im KZ Oranienburg inhaftiert. 1934 wurde er erneut verhaftet und vom 30. Oktober 1934 bis zum 21. November 1934 im Polizeigefängnis Potsdam festgehalten. Anschließend kam Dalbock in das KZ Esterwegen, das er am 9. Februar 1935 verlassen konnte5.

Zwischen und nach seiner Haft schlug sich Wilhelm Dalbock mit unterschiedlichen Anstellungen als Möbelpolierer und Bauarbeiter durch6. Ob er sich auch während der nationalsozialistischen Herrschaft politisch betätigte, ist nicht bekannt.

Wilhelm Dalbock wurde 1940 zur Wehrmacht eingezogen und war als Soldat bei der Luftwaffe vom 1. Mai 1940 bis zum 10. Mai 1945 tätig7.

Nach 1945 engagierte sich Wilhelm Dalbock als Mitglied der SED und des FDGB. Außerdem übte er die Funktion des Unterkassierers beim VVN in Luckenwalde aus8.

Weitere Details seiner Biographie konnten nicht ermittelt werden.

1 Vgl. BLHA, Rep. 2A I Pol., Nr. 1189. 

2 Vgl. BLHA, Rep. 333 VdN, Nr. 1039, VdN-Akte Wilhelm Dalbock. 

3 Vgl. BLHA, Rep. 2A I Pol., Nr. 1189. 

4 Vgl. BLHA, Rep. 401 VdN, Nr. 2591, VdN-Akte Wilhelm Dalbock. 

5 Vgl. BLHA, Rep. 333 VdN, Nr. 1039. 

6 Vgl. ebd. 

7 Vgl. ebd. 

8 Vgl. ebd. 

Soziale/Regionale Herkunft: Grossbeeren (Kreis Teltow), Sohn einer Arbeiterfamilie

Ausbildung/Berufstätigkeit: Nach der Schule zunächst in der Landwirtschaft tätig, danach bei verschiedenen Tischlereien; 1933 – 1938: Arbeit als Polierer; 1938 – 1940: Bauarbeiter

Mitgliedschaft und Funktionen in der Gewerkschaftsbewegung: 1921 – 1933: Deutscher Holzarbeiterverband (DHV)

Parteizugehörigkeit/-funktionen, politische Vorfeldorganisationen: 1921 – 1933: SPD; 1924 – 1933: Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold

Politische Mandate/Aktivitäten: keine Angaben

Widerstandsaktivitäten: nicht bekannt

Haft in Konzentrationslagern/ Zuchthäusern/Gefängnissen: 4. Juli 1933 – 1. September 1933: KZ Oranienburg; 30. Oktober 1934 – 21. November 1934: Polizeigefängnis Potsdam; 21. November 1934 – 9. Februar 1935: KZ Esterwegen

Politisches und gewerkschaftliches Engagement nach 1945: FDGB- und SED-Mitglied

Erinnerungskultur/Ehrungen: nicht bekannt

Impressum