Die politischen Häftlinge des Konzentrationslagers Oranienburg
19. April 1981 - ?

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Ernicke in Uniform (Quelle: Heimatmuseum Luckenwalde)

Ernicke in Uniform (Quelle: Heimatmuseum Luckenwalde)

Von 1901 bis 1920 war der Maurer Franz Ernicke Mitglied der SPD, 1920 trat er der USPD bei und schloss sich 1922 der KPD an. Bereits 1898 trat er dem Zentralverband der Maurer Deutschlands bei. Franz Ernicke war außerdem Erster Vorsitzender der Roten Hilfe in Luckenwalde, die zahlreiche Kommunisten nach Verfolgung und Haft unterstützte. Gleichzeitig war er Vorsitzender des Roten Frontkämpferbundes in Luckenwalde. Aufgrund seiner politischen Tätigkeit wurde er von den Nationalsozialisten verfolgt und in den Konzentrationslagern Oranienburg und Sonnenburg inhaftiert.

Von Sebastian Bödeker

Der spätere Vorsitzende der Roten Hilfe in Luckenwalde Franz Ernicke wurde am 19. April 1981 in Dorf Zinna geboren. Er wuchs in einer Arbeiterfamilie auf und erlernte nach dem Besuch der Volksschule das Handwerk des Maurers1. Bereits 1898 trat er dem Zentralverband der Maurer Deutschlands bei.

Von 1901 bis 1920 war Franz Ernicke Mitglied der SPD. 1920 trat er der USPD bei und schloss sich 1922 der KPD an. Franz Ernicke fungierte außerdem als Erster Vorsitzender der Roten Hilfe in Luckenwalde, die zahlreichen Kommunisten nach Verfolgung und Haft unterstützte. Gleichzeitig war er Vorsitzender des Roten Frontkämpferbundes in Luckenwalde2.

Aufgrund seiner politischen Einstellung blieb Franz Ernicke nicht von der nationalsozialistischen Verfolgung verschont. Zwischen Februar und April 1933 wurde er in Luckenwalde illegal festgehalten und vergewaltigt. Zwischen dem 12. September 1933 und dem 2. Oktober 1933 wurde er im Konzentrationslager Oranienburg inhaftiert und anschließend bis zum 21. Oktober 1933 in das KZ Sonnenburg überführt. Franz Ernicke wurde mehrfach misshandelt und verlor dabei teilweise sein Gehör3.

Nach seinen Inhaftierungen arbeitete Ernicke weiterhin als Maurer und zwischen 1943 und 1945 als Metallarbeiter4.

Über Franz Ernickes Schaffen in der Nachkriegszeit ist lediglich bekannt, dass er ab Mai 1945 im Arbeitsamt beschäftigt war. Im Juli 1947 wurde er vom Amtsleiter aufgrund „fehlender Voraussetzungen“ gekündigt.

1 Vgl. BLHA, Rep. 333 VdN, Nr. 1048, VdN-Akte von Franz Ernickes Frau. 

2 Vgl. BLHA, Rep. 401 VdN, Nr. 461, VdN-Akte Franz Ernicke. 

3 Vgl. VdN-Akte von Franz Ernickes Frau.  

4 Vgl. ebd. 

Soziale/Regionale Herkunft: Dorf Zinna; Arbeiterfamilie

Ausbildung/Berufstätigkeit: Lehre als Maurer; Unterschiedliche Anstellungen als Maurer und später als Metallarbeiter

Mitgliedschaft und Funktionen in der Gewerkschaftsbewegung: Mitglied des Zentralverbands der Maurer

Parteizugehörigkeit/-funktionen, politische Vorfeldorganisationen: 1901 bis 1920: SPD; 1920 bis 1922: USPD; bis 1933: KPD; 1. Vorsitzender der Roten Hilfe in Luckenwalde; Vorsitzender des Roten Frontkämpferbundes in Luckenwalde

Politische Mandate/Aktivitäten: keine Angaben

Widerstandsaktivitäten: nicht bekannt

Haft in Konzentrationslagern/ Zuchthäusern/Gefängnissen: Februar 1933 - April 1933: Luckenwalde; 12. September 1933 - 2. Oktober 1933: KZ Oranienburg; 2. Oktober 1933 - 21. Oktober 1933: KZ Sonnenburg

Politisches und gewerkschaftliches Engagement nach 1945: nicht bekannt

Erinnerungskultur/Ehrungen: nicht bekannt

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